Aktivistinnen und Aktivisten besetzen einen Bagger im Rahmen der Proteste gegen die Stadtstraße und den Lobautunnel.

Aktivistinnen und Aktivisten besetzen einen Bagger im Rahmen der Proteste gegen die Stadtstraße und den Lobautunnel.

© Lena Leibetseder

Österreich
09/25/2021

Lobau-Proteste: Was braut sich da zusammen?

Können die Störaktionen gegen den Lobautunnel ähnliche Kraft entfalten wie die Besetzung der Hainburger Au? [E-Paper]

von Thomas Hoisl, Clemens Neuhold

Montag, kurz nach 9 Uhr im Wiener Rathauspark. Unter einem Baum tummeln sich 20 maskierte Personen. Konspirativ nickt man sich zu, benutzt Codewörter wie „Rabbit“ oder „Pinguin“. Bis auf ein paar offizielle Gruppenhandys haben die Teilnehmer der Aktion ihre Smartphones daheim gelassen, manche verkleben zum Schutz vor möglichen Identitätsfeststellungen ihre Fingerkuppen. Vor einem Nebeneingang des Burgtheaters starren Aktivistinnen und Aktivisten gebannt auf ein Handy. Dann Jubel: „Sie sind drinnen!“ Die Vorhut aus fünf Mitstreitern ist in die SPÖ-Zentrale in der Wiener Löwelstraße eingedrungen. Aus dem Fenster entrollen sie ein Banner und verkünden per Megafon Parolen: „Das ist ein politischer Protest gegen die Politik des Zubetonierens!“ Im ersten Stock ruft eine SPÖ-Mitarbeiterin perplex: „Hilfe! Polizei!“ Die restlichen Aktivisten aus dem Park positionieren sich vor dem Eingang, spannen Transparente auf, verteilen Flyer, filmen. Das Geschehen wird live auf Facebook übertragen. 


Rasch ertönen Polizeisirenen, ein Dutzend Einsatzfahrzeuge fahren vor. Nach kurzer Diskussion mit den maskierten Polizisten lassen sich die Eindringlinge aus dem Gebäude geleiten.

Die Besetzung der SPÖ-Zentrale am Montag war nur der Auftakt einer heißen Klimaprotest-Woche. Am Dienstag ketteten sich mehrere Personen in Wien-Donaustadt an einen Bagger. Am Mittwoch wurde im Gemeinderat über die Räumung der Protestcamps diskutiert. Am Donnerstag drangen Greenpeace-Aktivisten ins Vorzimmer des Wiener Bürgermeisters ein und hissten auf der Turmfassade das Plakat „Lobau bleibt“. Sie blieben über Nacht und schlossen sich am Freitag den „Klimastreik“-Protestmärschen an.

Was braut sich da zusammen? Eine Öko-Bewegung, die ähnlich der Besetzung der Hainburger Au vor 37 Jahren die Kraft entfaltet, Mega-Bauprojekte zu stoppen und die Gesellschaft zu verändern? Der Protest in der Hainburger Au – damals verhinderten Öko-Rebellen den Bau eines Wasserkraftwerks an der Donau – war die Geburtsstunde der Grünen. Oder handelt es sich bloß um ein jugendliches Proteststrohfeuer, das erlischt, sobald der Winter kommt und die Uni startet? profil verbrachte mehrere Tage in den Protestcamps. Auch eine zentrale Figur des Widerstands in der Hainburger Au schaute vorbei und erzählte über historische Parallelen und Unterschiede. 

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