Ludwig oder Schieder: Wer soll Wiener Bürgermeister werden?

Baustelle vor dem Wiener Rathaus im Jänner 2017

Baustelle vor dem Wiener Rathaus im Jänner 2017

Das Match um die Nachfolge von Bürgermeister Michael Häupl als Wiener SPÖ-Chef und infolge auch als Bürgermeister heißt: Andreas Schieder gegen Michael Ludwig.

Neuer Wiener Bürgermeister wird, wer die Mehrheit der 981 stimmberechtigten Delegierten am 27. Jänner beim außerordentlichen Landesparteitag auf seine Seite ziehen kann. Große Relevanz kommt dabei den Bezirken zu.

Die roten Bezirksorganisationen stellen fix 600 Delegierte, also etwas weniger als zwei Drittel, hieß es aus der Landespartei. Dabei gilt: Die Anzahl der jeweiligen Delegiertenstimmen bemisst sich nach der Mitgliederstärke der Bezirkspartei - je mehr Mitglieder, desto mehr Wahlberechtigte.

Fläche gegen Innergürtel

Die genaue Aufschlüsselung wird von der Partei allerdings weiterhin nicht verraten. Sie seien nicht korrekt, weil veraltet, hieß es. Richtig sei freilich schon, dass große Bezirke wie Floridsdorf, Simmering oder die Donaustadt naturgemäß mehr Wahlberechtigte stellen als kleine Bezirke etwa innerhalb des Gürtels.

Dass die Flächenbezirke geschlossen den jetzigen Wohnbaustadtrat, den Floridsdorfer Ludwig, und die Innergürtelbezirke den geschäftsführenden SPÖ-Klubchef im Bund, den Penzinger Schieder, unterstützen, dürfte jedenfalls kein zulässiger Schluss sein. Denn nach Schieders Bekanntgabe, gegen Ludwig in den Ring zu steigen, haben etwa Landtagspräsident Harry Kopietz (Floridsdorf) oder Gemeinderatsvorsitzender Thomas Reindl (Donaustadt) ihre Unterstützung für Schieder kundgetan.

981 Mitglieder

Insgesamt zählt der Delegiertenkreis aktuell 981 Mitglieder, verrät man in der Partei. Zu den 600 Bezirksdelegierten kommen noch 157 Abgesandte des Wiener Ausschusses. Dabei handelt es sich um das größte Gremium der Landespartei, in dem die Parteispitze, Gemeinderäte und Bezirksvorsteher genauso vertreten sind wie rote Mitglieder der Bundesregierung. Dazu kommen noch 204 Vertreter von rund 30 roten Organisationen, wovon allein 120 von der Gewerkschaft gestellt werden.

Der Rest entfällt auf Vorfeld- und Teilorganisationen wie die Sozialistische Jugend, die Kinderfreunde, die Mietervereinigung, den Wirtschaftsverband oder auch die Red Biker und den Arbeitersängerbund. Auf sie kommen je ein bis sechs Stimmberechtigte. Der Rest auf die Gesamtzahl von 981 wird vom Wiener Prüfungsausschuss (18) und dem Wiener Frauenkomitee (2) gestellt.

Lesen Sie weiters:

Der geschäftsführende Klubobmann der SPÖ im Parlament, Andreas Schieder, wird sich ebenfalls für die Nachfolge des scheidenden Langzeit-Parteichefs der Wiener SPÖ, Bürgermeister Michael Häupl, bewerben.