Die Mittestürmer: Sind die Blauen jetzt Volkspartei?

FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer nach dem Bundesparteivorstand in Wien.

FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer nach dem Bundesparteivorstand in Wien.

35,1 Prozent. 1,5 Millionen Wähler. So weit wie bei der Bundespräsidentenwahl drang die FPÖ noch nie in die Gesellschaft vor. Sind die Blauen nun Volkspartei? Das hängt von der Treue der Hofer-Wähler ab. Ein Streifzug.

„Der Norbert Hofer hat es sichtbar gemacht: Wir sind die neue Mitte!“ Die Wahlparty der FPÖ. Umringt von Kameraleuten und Fotografen stimmt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die blauen Funktionäre auf den neuen Slogan ein, den diese ab sofort gebetsmühlenartig wiederholen werden. „Mitte, Mitte, Mitte.“ Tags darauf wird die Partei-Postille „Neue Freie Zeitung“ im Überschwang die „Punktlandung in der Mitte der Gesellschaft“ feiern. Und schließlich sagt auch Norbert Hofer vergangene Woche bei Bier und Stelze im Wiener Prater: „Die FPÖ ist nun eine echte Volkspartei.“ Ist sie das? Nach den Stammtischen muss Hofer die Hofburg erst erobern. Drei Wochen bleibt Alexander Van der Bellen Zeit, um das Volk auf seine Seite zu ziehen.

Christian Rainer im Gespräch mit Clemens Neuhold über die aktuelle Titelgeschichte.

Doch Hofers Ausgangslage ist denkbar günstig: Der blaue Kandidat hat die Österreich-Karte blau eingefärbt. In 1971 von 2100 Gemeinden lag er an der Spitze. 1,5 Millionen Wähler machten ihr Kreuz bei einem Kandidaten, dessen Namen vor einem Jahr nur Politik-Feinspitzen geläufig war. Hofers Fangemeinde zieht sich durch alle Altersgruppen und Milieus: Vom Wiener Leiharbeiter über die oberösterreichische Firmenchefin bis zum türkischstämmigen Juwelier aus St. Pölten.

profil besuchte diese Wähler …

Lesen Sie die Titelgeschichte von Otmar Lahodynsky, Clemens Neuhold und Jakob Winter in der aktuellen Printausgabe oder als E-Paper!