Mutmaßlicher Dschihadist steht in Krems vor Gericht

Mutmaßlicher Dschihadist steht in Krems vor Gericht

Polizeipräsenz rundum, temporäre Halteverbote beim Landesgericht, verschärfte Eingangskontrollen in das Gebäude, Platzkarten für den Saal: Für den Prozess gegen einen mutmaßlichen Dschihadisten (30) sind in Krems erhöhte Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. Der russische Staatsbürger musste sich am Donnerstag wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten.

Laut der Anklageschrift hatte der 30-Jährige Tschetschenien im Juli 2013 Richtung Syrien verlassen, um sich dort dem Islamischen Staat anzuschließen. Im Dezember kam er nach Österreich und stellte einen Asylantrag. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hatte der Aufenthalt hier ausschließlich den Zweck, seine Sehschwäche medizinisch behandeln zu lassen, um danach wieder nach Syrien zu reisen, wo er bereits zuvor eine Kampfausbildung erhalten haben soll. Festgenommen wurde der Mann im August 2014 in Heidenreichstein im Waldviertel (Bezirk Gmünd).

Anwalt will emotionslosen Verhandlungsverlauf
Sein Mandant werde sich nicht schuldig bekennen, bekräftigte Anwalt Wolfgang Blaschitz kurz vor Prozessbeginn. Er habe bereits Beweisanträge gestellt, so der Verteidiger, und werde auf einen sachlichen und emotionslosen Verhandlungsverlauf bedacht sein.

Die Platzkartenvergabe für den großen Saal des Landesgerichts schien doch nicht notwendig: Zwar waren sehr viele Medienvertreter erschienen, aber kaum andere Zuhörer. Als der Beschuldigte, bewacht von vier mit Schutzwesten und Gesichtsmasken ausgerüsteten Beamten, in den Saal geführt wurde, verbarg er sein Gesicht vor den Kameras hinter einer Mappe.

(APA/Red.)