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Nach tödlichen Badeunfällen: Diese Tipps können Leben retten

Am Sonntag starben zwei Männer in Wien bei einem Badeunfall. Solche Tragödien kommen erschreckend oft vor. So vermeiden Sie das Schlimmste und handeln im Ernstfall richtig.

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Blaulicht. Sirenen. Großeinsatz der Polizei, Rettung und Feuerwehr zwischen Sonnenschirmen und Chlorgeruch. Am Wochenende kam es im Bereich des Gänsehäufels gleich zu drei Badeunfällen – zwei davon endeten tödlich. Ein 39-Jähriger geriet beim Schwimmen in der Alten Donau in Not und verschwand von der Wasseroberfläche. Seine Ehefrau wählte daraufhin den Notruf, Taucher der Berufsfeuerwehr bargen ihn schließlich aus drei Metern Tiefe. Der Mann starb trotz notfallmedizinischer Betreuung. Wenige Stunden später fiel ein 23-Jähriger von einem Boot ins Wasser, riss eine weitere Person mit sich, die sich retten konnte – der Mann versank jedoch im Wasser. Eine Freiwilligentauchkette suchte nach dem Ertrunkenen, allerdings vergebens. Er wurde eine Stunde später von Tauchern der Berufsfeuerwehr tot geborgen. 

Die beiden Wiener waren nicht die ersten und einzigen Opfer tödlicher Badeunfälle in diesem Jahr. Erst Ende Mai starben zwei Wiener beim Schwimmen. Laut Statistik Austria ertrinken zwischen 22 und 47 Menschen pro Jahr – 2024 waren es 39, die Zahlen für 2025 wurden noch nicht veröffentlicht. 

Kinder besonders gefährdet

Jedes zweite Kind, das in Österreich bei einem Unfall tödlich verunglückt, stirbt durch Ertrinken. Eine erschreckende Zahl. Und ebenso alarmierend: 210.000 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 19 Jahren können hierzulande gar nicht schwimmen. Das zeigt eine Analyse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) 2025.

Besonders betroffen seien jene Kinder, die während der Covid–Krise in der Volksschule waren und somit ihre Schulschwimmkurse verpasst haben. Denn dem Schwimmunterricht an Schulen komme eine besonders wichtige Bedeutung zu, betont das KFV. 

Auch in der Gesamtbevölkerung können sieben Prozent der Menschen nicht schwimmen. 23 Prozent bewerteten in der Studie ihre Schwimmkenntnisse insgesamt als (sehr) unsicher bis mittelmäßig. 

Aber es gibt eine gute Nachricht: Die Nichtschwimmer-Rate sinkt leicht, auch bei Kindern. In einigen Landeshauptstädten bieten öffentliche Bäder günstige Schwimmkurse auch für Erwachsene an. Die Stadt Wien etwa, vergangenes Jahr waren die Kurse in wenigen Tagen ausgebucht, da waren sie aber auch noch gratis. Heuer ist erst die Hälfte der Plätze gebucht.

So kann man helfen

Wie hilft man nun jemandem, der droht, im Wasser unterzugehen? Laut der Wiener Berufsrettung ist es wichtig, sofort Hilfe zu holen, bevor man selbst ins Wasser geht. Denn die Gefahr, die die Rettung eines Ertrinkenden birgt, wird oftmals unterschätzt. Wenn das Opfer noch bei Bewusstsein ist, kann es den Helfer selbst unter Wasser ziehen, was für beide tödlich enden kann.

Sofern das Opfer noch aus dem Wasser geborgen werden konnte und weder bei Bewusstsein ist noch atmet, sollte man nicht zögern, Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen – entweder durch Mund-zu-Mund-Beatmung oder mit einem Beatmungsbeutel. Wenn der oder die Verunglückte nach fünf Beatmungen noch immer keine Lebenszeichen von sich gibt, sollte man eine Herzdruckmassage machen – solange, bis die Rettungskräfte ankommen. Die Berufsrettung betont: Den größten Fehler, den man machen kann, ist es, nicht einzugreifen oder Hilfe zu rufen. Bei Wiederbelebungsmaßnahmen kann man als Helfer nichts falsch machen. Je länger man sich damit aber Zeit lässt, desto dramatischer können Folgen sein.

In den Wiener Bädern etwa wird das Personal in Erste-Hilfe-Maßnahmen geschult. Die Bademeister sind außerdem auch ausgebildete Rettungsschwimmer. Sie sind die richtigen Ansprechpersonen bei Notfällen.

Präventive Tipps

Um sich auf den Ernstfall bestmöglich vorzubereiten, empfiehlt die Berufsrettung außerdem, selbst einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. Besonders wichtig: Nicht alleine an unbeaufsichtigten oder unbekannten Gewässern baden.

Wichtig ist es außerdem, Kinder nicht unbeaufsichtigt zu lassen, sich vor dem Sprung ins Wasser abzukühlen, nur dort ins Wasser zu springen, wo es tief genug ist und niemals unter Einfluss von Alkohol oder Suchtmitteln zu schwimmen. Generell sollte man Kleinkinder und Babys nicht einmal zu Hause in der Badewanne aus den Augen lassen. 

Hilfsangebote

Natalia Anders

Natalia Anders

ist seit Juni 2023 Teil des Online-Ressorts und für Social Media zuständig.

Maria Prchal

Maria Prchal

ist seit 2025 Redakteurin im Digitalteam. Ihre Schwerpunkte sind unter anderem Sozialpolitik, Klima und technische Themen.