ORF: Auseinandersetzung um Conchita Wurst

ORF: Auseinandersetzung um Conchita Wurst

Caramba um Conchita Wurst: Zwischen Fernsehdirektorin Kathrin Zechner und ORF-General Alexander Wrabetz kam es nach dem Sieg beim Song Contest zu einer verbalen Auseinandersetzung. Der Song Contest 2015 soll indes in Wien stattfinden, obwohl die Stadthalle als Veranstaltungsort fraglich scheint.

Es wäre nicht der ORF, wenn ein Triumph nicht im Unfrieden endete. Die letztwöchige Klausur von ORF-Führungskräften im Hotel Nationalpark im burgenländischen Illmitz stand naturgemäß im Zeichen des Siegs von Conchita Wurst beim Song Contest in Kopenhagen.

Wie schon bei öffentlichen Auftritten zuvor erweckte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz auch in Illmitz den Eindruck, er sei höchstpersönlich für den Erfolg verantwortlich – und nicht Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, die Conchita Wurst als Song-Contest-Kandidatin im Alleingang durchgesetzt hatte. Als Wrabetz in einer Runde zunächst TV-Unterhaltungschef Edgar Böhm und erst danach Zechner dankte, eskalierte die Situation in einem Streit zwischen dem ORF-Boss und seiner Direktorin, die schließlich den Tisch verließ. Ohrenzeugen vernahmen Rücktrittsdrohungen. Die Organisation des Song Contests 2015 in Österreich wird das schon länger angespannte Verhältnis zwischen Wrabetz und Zechner weiter belasten. Sendungsverantwortlicher für den Liederwettbewerb war in den vergangenen Jahren Stefan Zechner, Bruder der Fernsehdirektorin.

Song Contest in Wien
ORF-intern wird nun debattiert, ob er dies – wie von seiner Schwester gewünscht – auch beim Mega-Event 2015 bleiben könne. Dass der Song Contest 2015 in Wien stattfindet, ist im ORF bereits ausgemachte Sache – schon allein wegen der notwendigen Hotel-Infrastruktur. Die Wiener Stadthalle könnte als Veranstaltungsort ausfallen. Wie aus dem ORF zu hören ist, sei sie zu veraltet und verfüge neben dem Hauptsaal über zu wenig Nebenflächen. Technische Details sollen aber erst diese Woche geklärt werden.

Gernot Bauer