ORF: ÖVP-interner Widerstand gegen Norbert Steger

Norbert Steger (FPÖ)

Norbert Steger (FPÖ)

ÖVP-Mitglieder lehnen Steger als ORF-Stiftungsratsvorsitzenden ab – Medwenitsch Alternativkandidat?

Wie profil in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, formiert sich innerhalb der Fraktion der ÖVP-Mitglieder im ORF-Stiftungsrat Widerstand gegen den freiheitlichen Stiftungsrat Norbert Steger, der am 17. Mai zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt werden soll. Steger hatte jüngst die Ungarn-Berichterstattung des ORF kritisiert und mit der Streichung eines Drittels aller ORF-Korrespondentenstellen gedroht.

Der Vertreter Tirols, Josef Resch, kritisiert Steger in profil scharf: „Man stelle sich vor, ein möglicher Aufsichtsratspräsident eines Autokonzerns erklärt öffentlich, dass seine Designerabteilung nur hässliche Autos entwirft und daher ein Drittel der Mitarbeiter gehen soll. Nützlich für ein Unternehmen ist das nicht.“

Alternativkandidat Medwenitsch?

Der Vertreter des Landes Salzburg, Matthias Limbeck, spricht sich in profil für einen ÖVP-Alternativkandidaten, den derzeitigen stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden Franz Medwenitsch, aus: „Der Vorsitzende des Stiftungsrats muss mit dem ORF und dessen Geschäftsführung in einem konstruktiven Dialog stehen. Kontrolle, strategischer Ausblick, Managementfähigkeiten und soziale Kompetenz sind wichtige Kriterien. Medwenitsch erfüllt dies und ist für diese Funktion sehr gut geeignet.“

Auch der parteiunabhängige Kärntner Stiftungsrat Siggi Neuschitzer weist Stegers Kritik zurück. Dessen Aussagen würden dazu führen, so Neuschitzer, dass die schwarz-blaue Mehrheit im Stiftungsrat wackle.