EU-Finanzkommissar Moscovici: "Steueroasen auf schwarze Listen"

Pierre Moscovici (r.) mit dem portugiesischen Finanzminister Mario Centeno.

Pierre Moscovici (r.) mit dem portugiesischen Finanzminister Mario Centeno.

EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici fordert Sanktionen gegen Steuerparadiese – noch heuer neue EU-Regeln für Informationsaustausch zwischen nationalen Steuerbehörden.

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe von profil kündigt Pierre Moscovici, der für Steuern zuständige EU-Kommissar, härtere Maßnahmen gegen Steueroasen in aller Welt an: „Als EU-Kommission werden wir all jene Drittstaaten mit unkooperativen Regelungen auflisten. So eine schwarze Liste von Steueroasen wäre ein starkes Instrument, um jene Länder, die Steuerbetrug ermöglichen, zu identifizieren und auch zu bestrafen.“

Noch heuer will die EU-Kommission verschärfte Regeln über den Informationsaustausch zwischen nationalen Steuerbehörden präsentieren. „Das wird einen ganzheitlichen Ansatz für die Lösung des Problems der Gewinn-Verlagerungen innerhalb der EU darstellen“, so Moscovici. Von den Enthüllungen der Panama Papers zeigte er sich „empört und entsetzt“: „Panama wurde von uns schon als Schlüsselgesetzgebung im Offshore-Sektor für solche zwischengelagerten Finanzvermittler identifiziert. Und es wurden Änderungen durchgesetzt: Seit 1. Jänner 2016 sind alle Finanz-Institutionen der EU verpflichtet, die verantwortlichen Personen hinter Finanzvermittlern zu identifizieren, zu überwachen und zu melden“, erläutert Moscovici im profil -Interview.