Parlament: Taranteln im Hohen Haus

Parlament: Taranteln im Hohen Haus

Parlamentarische Anfragen geben Abgeordneten die Möglichkeit, die Geschäftsführung der Regierung zu überprüfen. Manchmal geraten sie allerdings reichlich skurril.

FPÖ-Abgeordneter Josef Riemer fürchtet eine „Tarantelinvasion im Burgenland“ und wollte von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) wissen, ob sie plane, die im Ortsgebiet von Nickelsdorf herumirrenden Spinnen auszusiedeln. Oberhauser antwortete, die Gemeinde sei für eine allfällige Umsiedelung der Tiere zuständig.

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SPÖ-Nationalrat Walter Schopf ist einer rätselhaften Entwicklung auf der Spur: „Gab es 2007 noch 20.969 Wohnmobile in Österreich, waren es 2014 bereits 23.167: Ein Anstieg über zehn Prozent!“ Er will es von Verkehrsminister Alois Stöger nun ganz genau wissen – nach höchstzulässigem Gesamtgewicht geordnet. Stögers Antwort fehlt noch.

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Ein Wörterbuch für Volksschulen, herausgegeben vom Österreichischen Bundesverlag, sorgt für eine bange Anfrage des FPÖ-Abgeordneten Walter Rosenkranz. Das Werk enthält nicht nur deutsche Begriffe, sondern auch englische, türkische und bosnisch/kroatisch/serbische. „Müssen sich Volksschüler nun auch noch damit befassen, wie die jeweiligen Worte auf Türkisch heißen?“, will Rosenkranz von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) wissen. Die Antwort steht noch aus.

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Das Herz des SPÖ-Abgeordneten Franz Kirchgatterer schlägt für Briefmarken. „Die Philatelie ist ein ganz besonderes Geschäft der Post. Kaum ein anderes Produkt trifft auf so viel Emotionalität unter Sammlern“, schreibt er an Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) und will wissen: „Wurden in der Vergangenheit Briefmarkenschätze der Post verkauft?“ Antwort: Die Entscheidungen von Organen der Post fallen nicht in die Zuständigkeit Schellings.

Franziska Dzugan