Peter Hacker: "Wir können nicht die Armut der ganzen Welt bekämpfen“

Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ)

Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ)

Der Wiener Sozialstadtrat will organisiertes Betteln abstellen: „Da nützt eine Gruppe einfach die Gesellschaft und die Situation in einer Stadt aus.“

Innsbruck setzt auf Verbote, Wien möchte im Umgang mit Bettlern und Obdachlosen ohne strengere Gesetze auskommen. Doch die Gangart verschärft sich auch in der Bundeshauptstadt. Sozialstadtrat Peter Hacker will gegen organisiertes Betteln vorgehen, wie er profil-Interview ankündigt. „Wir wissen, dass es Gegenden in Rumänien gibt, von wo ganze Dörfer auf Betteltour fahren. Das kann ich als Stadtrat nicht akzeptieren“, sagt Hacker. Für ihn habe das nichts mit Armutsbekämpfung zu tun. „Da nützt eine Gruppe einfach die Gesellschaft und die Situation in einer Stadt aus.“ Er fühle sich vor allem für die Menschen in Wien zuständig, so Hacker: „Wir können nicht die Armut der ganzen Welt in dieser Stadt bekämpfen.“

Derzeit läuft eine Schwerpunktaktion der Wiener Polizei gegen organisiertes Betteln. Der Innenminister möge klären, „ob die Leute rechtmäßig hier sind oder nicht", fordert der Wiener Stadtrat. „Das ist sein Job, nicht unserer.“ Auf die Frage, ob er dafür sei, mehr osteuropäische Bettler abzuschieben, sagt Hacker: „Ich bin nicht dafür, ich hätte nur nichts dagegen. Das ist ein feiner Unterschied.“