Pfusch bei Schönbrunn-Restaurierung

Innenansicht der "Chinesischen Kabinette" im Schloss Schönbrunn

Innenansicht der "Chinesischen Kabinette" im Schloss Schönbrunn

Untersuchungsbericht stellt Mängel bei Renovierung der Chinesischen Kabinette fest.

profil berichtet in seiner Freitag erscheinenden Ausgabe über schwere Vorwürfe in Zusammenhang mit der Restaurierung der Chinesischen Kabinette im Schloss Schönbrunn.

Die beiden Prachträume waren zwischen 2012 und 2017 im Auftrag der dem Wirtschaftsministerium unterstehenden Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) sowie unter Aufsicht des Bundesdenkmalamts renoviert worden. In zwei profil vorliegenden, von der SKB selbst in Auftrag gegebenen Untersuchungsberichten von Mai und Juni 2018 wird harsche Kritik am Zustand der frisch restaurierten Kabinette geübt.

So heißt es darin, „die Ausführung der Vergoldungen sowie die Montage der Rahmenprofile, Konsolen und der Ornamentik“ erfolgten „nicht unter der geforderten Berücksichtigung des historischen Vorbildes“. Überdies seien „zahlreiche Vergoldungen nicht fertiggestellt“ worden.


Bei der Restaurierung der Wandvertäfelungen sei die „geforderte konservatorische und restauratorische Sorgfalt in der Ausführung nicht nachvollziehbar“. „Farbreste am Boden“ zeigten, „dass der Boden während der Arbeiten nicht ausreichend geschützt“ war. Überdies wurden „verschiedenste noch von den Restaurierungsarbeiten herrührende Verschmutzungen festgestellt“, wie etwa „Schleifstaub“, „Holzspäne und Holzmehl“ und „schwarze Fingerabdrücke“ an der Oberfläche der Wandfassung.

In einer Stellungnahme des Bundesdenkmalamts gegenüber profil heißt es, „die Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten“ im Schloss Schönbrunn seien „durch umfangreiche konservatorische Untersuchungen und durch qualifizierte Restauratoren in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt fachlich vorbereitet“ worden. Bei „den Vergoldungen“ seien „kleinere Mängel festgestellt“ worden, „welche jedoch durch qualifizierte Fachleute geprüft und im Rahmen der Gewährleistungsfrist behoben werden“. Insgesamt seien „die Arbeiten denkmalfachlich korrekt durchgeführt“ worden.