Bildungsminister Heinz Faßmann

Bildungsminister Heinz Faßmann

© APA/GEORG HOCHMUTH / GEORG HOCHMUTH

profil-Morgenpost
08/30/2021

116 Kläranlagen für einen sicheren Schulstart

Bald sind die Ferien vorbei. Der Plan von Minister Faßmann: Dank Österreichs Abwasser soll es nicht zu coronabedingten Schulschließungen kommen.

von Katharina Zwins

Guten Morgen!

Es wird Herbst: Das merken viele von uns nicht nur an den sinkenden Temperaturen und der Umstellung des Getränkesortiments diverser Kaffeehaus-Ketten auf „Pumpkin Spice Latte“. Insbesondere Schülerinnen und Schülern aus dem Burgenland, Niederösterreich und Wien wird spätestens in einer Woche tragisch bewusst, dass der Sommer nun wirklich zu Ende ist. Denn dann sind im Osten Österreichs die Ferien vorbei, was auch in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie eine medial und politisch besonders interessante Phase sein wird. Die Verordnung für einen sicheren Schulstart wurde letzte Woche erlassen. Oberstes Ziel von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP): Keine Schulschließungen und Präsenzunterricht, soweit es geht.

Aufschlussreiches Abwasser

Der „4-Punkte-Plan“ des Bildungsministers mit Frühwarnsystem soll das sicherstellen. Darin finden sich auch 116 Kläranlagen verteilt über ganz Österreich, mithilfe derer Trends im Pandemiegeschehen schnell entdeckt werden sollen. Wie das gehen soll? Laut COVID-19-Schulverordnung 2021/2022 funktioniert das durch eine „chemisch-physikalische und molekularbiologische Untersuchung des Abwassers zur regionalen frühzeitigen Erkennung der Verbreitung von SARS-CoV-2“. Kurzgesagt: Eine Abwasseranalyse. Damit soll der Verlauf der Corona-Pandemie frühzeitig erkannt werden – noch bevor Betroffene überhaupt merken, dass sie erkrankt sind. Dadurch können alle Schulen und Kindergärten in besonders Virus belasteten Regionen vorgewarnt und Maßnahmen schon präventiv verschärft werden.

Funktionierendes Frühwarnsystem

Dass sich eine Abwasseranalyse gut als Frühwarnsystem eignet, zeigt eine einjährige Studie des LMU Klinikum München: Die Verbreitung der Infektion im Abwasser decke sich weitgehend mit der offiziellen Sieben-Tage-Inzidenz in den untersuchten Regionen, heißt es dort. Jedoch sind die Entwicklungen schon drei Wochen sichtbar, bevor offizielle Zahlen der Gesundheitsbehörden eine Veränderung zeigen. Auch die Ausbreitung von Virusvarianten könne durch das Abwasser um Wochen früher festgestellt werden. Im Bildungsministerium ist man überzeugt, dass das Infektionsgeschehen mit dieser Methode ab September gut überblickt werde könne. Vom Einzugsgebiet der 116 Kläranlagen seien rund 75 Prozent der Schüler:innen umfasst.

Neben der Analyse der Klospülung zählen übrigens auch Coronatests, Luftreiniger und Impfungen zum „4-Punkte-Plan“. Dass das Thema Impfen für Jugendliche jedoch mitunter schwierig sein kann, können Sie hier nachlesen.

Am Ende muss ich mich noch bei Ihnen entschuldigen, dass ich hier über Kläranlagen schreibe, während Sie vielleicht gerade ein Schokoladen-Croissant zum Frühstück essen. Doch wie Sie im aktuellen profil nachlesen können, ist die Kunst des Entschuldigens keine leichte. Nicht im Journalismus und schon gar nicht in der Politik. Daher bitte ich Sie, mir zu verzeihen, sollte ich Ihnen den Appetit verdorben haben.

Einen guten Wochenstart,

Katharina Zwins

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