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Österreich
07/13/2020

profil-Morgenpost: Heimat, fremde Heimat

Guten Morgen!

von Sebastian Hofer

Montag, der Dreizehnte. Was soll schief gehen? Nun, das Quartier am Attersee könnte ausgebucht sein, weil alle Leute am Attersee Ferien machen wollen, die am Millstätter See kein Quartier mehr bekommen haben. Oder am Wörther-, Fuschl-, Zeller See. Italien, Kroatien? Frage nicht. Wir befinden uns mitten in einem Sommer, der eindeutig kein Sommer wie damals ist.

Immerhin: Weder Linien-, Charter- noch Überschallüberflüge werden die Urlaubsruhe großartig stören, AUA, Bundesheer und chemtrailtreibende Wirtschaft haben ihre Tätigkeit zuletzt deutlich reduziert, womöglich in Absprache mit der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, die ja gerade die Viertagewoche aufs Tapet gebracht hat. Der ehemalige SPÖ-Vorsitzende und Bundeskanzler Franz Vranitzky sieht das im profil-Gespräch übrigens relativ entspannt: „Man sollte die wichtigsten Punkte definieren, Pflöcke einschlagen und durch gute Diskussion eine Meinungseinigkeit zustande bringen.“

Über das berüchtigte profil-Cover aus dem März 1996, das ihn angeblich nackt, also mit „des Kaisers neuen Kleidern“ zeigte (freilich in einer Fotomontage), ist Vranitzky glücklicherweise nicht mehr böse („Es gab wichtigere Dinge.“). Christa Zöchling hat den Altkanzler für die aktuelle Ausgabe aus einem erfreulichen Anlass interviewt: Wir feiern in diesem Jahr unser 50-jähriges Bestehen und sprechen deshalb in den kommenden Wochen mit Menschen, die profil geprägt haben (oder umgekehrt), über ihre Erfahrungen mit diesem Magazin. Vranitzky: „In meiner Kanzlerzeit gab es ein geflügeltes Wort: ‚Pass auf, dass Du nicht ins profil kommst.‘“.

Passen Sie auf, dass Sie gut durch den Tag kommen!

Ihr Sebastian Hofer

Sebastian Hofer