Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP)

Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP)

© APA - Austria Presse Agentur

profil-Morgenpost
01/12/2022

Polascheks matte Mathik

Ist das Ansteckungsrisiko in der Schule wirklich so gering, wie der Bildungsminister glaubt?

von Sebastian Hofer

Bildungsminister Martin Polaschek, dem ich mich in Frisurenfragen ansonsten ja durchaus verbunden fühle, hat mir mit seiner jüngsten Einschätzung zur Corona-Epidemie im Schulkontext leider ein paar ziemlich graue Haare beschert. Zu den Testergebnissen des ersten Schultags meinte der Bildungsminister im ORF-„Report“ wörtlich: „Es sind nach derzeitigem Stand ungefähr 2000 Personen, die positiv getestet worden sind. Das ist, wenn man die große Zahl an Schülerinnen und Schülern ansieht, eigentlich keine sehr große Zahl und ich denke, das zeigt auch, dass gerade bei den Kindern das Ansteckungsrisiko doch zum Glück nicht so groß ist, wie befürchtet.“ Das lässt, wenn man bedenkt, dass diese Tests am Montag durchgeführt wurden, also dem ersten Schultag nach den Weihnachtsferien, leider keine besonders starken Rückschlüsse auf das Ansteckungsrisiko unter Schulkindern zu, die zu dem Zeitpunkt ja noch gar keine Gelegenheit hatten, sich anzustecken. Aber, immerhin: „Sollte es zu einem starken Ansteigen kommen, wird man sich was überlegen natürlich.“

Das wiederum wird – aus Gründen des Redaktionsschlusses müssen wir hier freilich spekulieren – wohl heute der Fall sein. Aber vielleicht hat man sich eh gestern schon etwas überlegt, also an dem Tag, an dem der bisherige Rekord der täglichen Neuinfektionen in Österreich mit mehr als 17.000 Fällen gebrochen wurde. Er wird, wir spekulieren weiter, nicht lange halten. Ab 8 Uhr finden Sie hier die aktuellen Zahlen, außerdem hier alles, was Sie über die Omikronwelle wissen müssen.

Starker Gehaltsanstieg für Gernot Blümel?

Apropos Spekulieren: Gestern wurde auch bekannt, dass Gernot Blümel, der bis zu seinem via Facebookvideo verkündeten Rücktritt („vor allem für meine Familie“) als österreichischer Finanzminister tätig war, seinem Bundeskanzler in die Privatwirtschaft folgen und sein Gehalt zukünftig von dem Wiener Hedgefonds-Unternehmen Superfund überwiesen bekommen wird. Sollte es dabei zu einem starken Ansteigen kommen, würde uns das übrigens gar nicht wundern.

Einen super Donnerstag wünscht Ihnen

Sebastian Hofer

PS: Hat Ihnen die Morgenpost gefallen? Dann melden Sie sich jetzt an, um Ihren Werktag mit aktuellen Themen und Hintergründen aus der profil-Redaktion zu starten: