Norbert Hofer verteidigt deutschnationalen Maler Odin Wiesinger

profil-Herausgeber Christian Rainer mit dem Bild von Norbert Hofers Lieblingsmaler Odin Wiesinger

profil-Herausgeber Christian Rainer mit dem Bild von Norbert Hofers Lieblingsmaler Odin Wiesinger

„Lieblingsmaler“ und „Freund“ Odin Wiesinger malte großdeutsche Karte und publizierte in der rechtsextremen „Aula“.

Norbert Hofer, FPÖ-Präsidentschaftskandidat und dritter Präsident des Nationalrates, sagte in der jüngsten Ausgabe der „Presse am Sonntag“ sein Lieblingsmaler sei Odin Wiesinger. Bei der „profil“-Diskussion, die am gestrigen Montag, 21. März im Wiener Hotel Intercontinental stattfand, wurde Hofer von „profil“-Herausgeber Christian Rainer mit Wiesingers Werk konfrontiert: Der Maler fertigte etwa 2009 ein Ölbild eines Burschenschafters der schlagenden Verbindung Olympia an, der vor einer großdeutschen Karte posiert, die Österreich, Südtirol, Deutschland, Tschechien und Teile Polens inkludiert. Für die Zeitschrift „Aula“, die das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextrem einstuft, malte Wiesinger unter anderem eine rassistisch anmutende Illustration, die einen Burschenschafter mit heller Hautfarbe neben einem asiatisch und einem dunkelhäutig karrikierten darstellt.


Gestehen Sie mir zu, dass ich zu Freunden stehe.

Hofer wollte sich auch nach mehrmaligen Nachfragen nicht von Wiesinger distanzieren: „Gestehen Sie mir zu, dass ich zu Freunden stehe.“ Die vorgelegten Zeichnungen kenne er, Hofer, nicht, doch der Vorwurf, er kokettiere mit deutschnationalem Gedankengut, sei absurd: „Genauso könnte man mir vorwerfen, ich hätte etwas mit Drogen am Hut, weil ich ein Fan von Vincent van Gogh bin.“

Die Karikatur des Malers Odin Wiesinger

Die Karikatur des Malers Odin Wiesinger

Vor knapp hundert Gästen blieb Hofer bei seinem Standpunkt, als Bundespräsident die aktuelle Bundesregierung unverzüglich entlassen zu wollen. Nach innenpolitischen Folgen befragt, pflichtete Hofer bei, dass „eine Auflösung des Nationalrates und Neuwahlen“ die wahrscheinlichste Konsequenz davon wären, die er in Kauf nehmen würde.


Ich war verwundert, dass ich auf der Ankündigung drauf war, die Veranstaltung war für mich nie geplant.

Ein Gast der „profil“-Diskussion konfrontierte Hofer damit, warum er der Demonstration der FPÖ Liesing gegen eine Flüchtlingsunterkunft Anfang vergangener Woche nicht beiwohnte, obwohl er als Redner angekündigt wurde. Hofer: „Ich war verwundert, dass ich auf der Ankündigung drauf war, die Veranstaltung war für mich nie geplant.“ Liesings FPÖ-Bezirksobmann Wolfgang Jung widerspricht der Darstellung allerdings. Er habe Hofer eingeladen und erst einen Tag vor der Veranstaltung eine Absage vom Team des freiheitlichen Präsidentschaftskandidaten erhalten.

Fotoserie: Norbert Hofer im Gespräch mit profil