Das profil-Cover vom 17. Jänner 1994

profil vor 25 Jahren: Schindlers Liste

Der Diskurs um Steven Spielbergs Holocaust-Drama und die Haltung der Grünen zur EU waren die zentralen Themen der profil-Ausgabe vom 17. Jänner 1994.

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Kann man die Gräuel des Nationalsozialismus "mit Mitteln des Hollywood-Kinos" überhaupt darstellen? Dieser Frage ging profil in der Titelgeschichte vom 17. Jänner 1994 nach. Anlass war Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste", der in den USA heftige Kontroversen ausgelöst hatte. Während etwa die "Chicago Tribune" lobte, "Schindlers Liste" sei ein Film, der "gemacht werden musste und gesehen werden muss", fragte die "Village Voice" sarkastisch, ob "sogar der Holocaust spielbergisiert werden" könne, und "The New Republic" schrieb, dem neuen Spielberg-Film fehle "jegliche Demut vor seinem Gegenstand". Mit "Schindlers Liste" habe Regisseur Spielberg vor allem bewiesen, "dass technische Leistung und darstellerische Brillanz allein nicht taugen, Grauen und Elend zu beschreiben", resümierte profil.

Die Grünen und die EU

Für kontroversiellen Gesprächsstoff sorgte die grüne Umweltsprecherin Monika Langthaler mit einem Beitrag im "Österreichischen Jahrbuch für Politik", in dem sie mit dem Anti-EU-Kurs ihrer Partei abrechnete: Es sei ihr "schlicht unbegreiflich", dass die Grünen "in der innenpolitischen Arena als größter EU-Gegner" aufträten. Während der grüne Pressesprecher Stefan Schennach einen Kurswechsel seiner Partei in Sachen EU "für völlig ausgeschlossen" hielt, hoffte Langthaler auf "die Strahlkraft guter Argumente". Denn falls die Grünen bei ihrem "sturen EU-Nein" blieben, werde die bisher systemverändernde Avantgarde-Partei künftig zu einer "trostlosen, kleinkarierten Partei" verkommen, warnte Langthaler.

Das profil-Cover vom 17. Jänner 1994

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