Proteste gegen Akademikerball der FPÖ: Verletzte und Festnahmen

Proteste gegen Akademikerball der FPÖ: Verletzte und Festnahmen

Der Akademikerball der FPÖ hat am Freitagabend in Wien für die erwarteten Proteste gesorgt. Mehrere Demonstrationen gingen durch die Innenstadt, nach ihrer Auflösung kam es zu Gewalttätigkeiten und Sachbeschädigungen. Nach Polizeiangaben gab es 22 Verletzte, darunter fünf Polizisten. 14 Menschen wurden festgenommen. Auch der Vorwurf von Polizeiübergriffen wurde laut.

Der Akademikerball der FPÖ hat am Freitagabend in Wien für die erwarteten Proteste gesorgt. Mehrere Demonstrationen gingen durch die Innenstadt, nach ihrer Auflösung kam es zu Gewalttätigkeiten und Sachbeschädigungen. Auf Seite der Polizei und der Ballgegner gab es Verletzte, es kam zu Festnahmen, und der Vorwurf von Polizeiübergriffen wurde laut. Attacken gegen Ballgäste wurden kaum vermeldet.

6000 Demo-Teilnehmer
Die Polizei sprach nach der offiziellen Auflösung der Kundgebungen um 19 Uhr von insgesamt 6000 Demo-Teilnehmern. In der Folge startete eine gewaltbereite Gruppe - laut einem Polizeisprecher mehr als hundert Personen - beim Stephansplatz ihre Attacken. Es wurden Knaller und Farbbeutel geworfen, bei einem Fahrzeug ging eine Scheibe zu Bruch.

Lage der Wiener Hofburg


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Wild ging es etwa Am Hof zu, wo laut Augenzeugen ein Streifenwagen der Polizei schwer beschädigt wurde und Demonstranten mit Brettern und Steinen auf die dortige Polizeiwache losgingen. Beim Stephansplatz versuchte ein Demonstrant, in die dortige Bank-Austria-Filiale einzudringen, scheiterte aber am Panzerglas. Laut ORF-"Zeit im Bild" gingen in der Wipplinger Straße Auslagenscheiben zu Bruch.

Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken
In der Nacht auf Samstag wurde zumindest von 14 Festnahmen ausgegangen. Bei der Bellaria waren rund 500 Demonstranten von Polizisten eingekesselt. Hinter dem Burgtheater waren zu diesem Zeitpunkt kaum noch Demonstranten. Auch dort war die Polizei eingeschritten, Pfefferspray und Schlagstöcke kamen zum Einsatz. Das Bündnis "Offensive gegen Rechts" wertete das Vorgehen als "massive Polizeigewalt". Bei der Exekutive verteidigte Sprecher Roman Hahslinger angesichts der "massiven Sachbeschädigungen" diesen "Waffengebrauch".

„Potenziellen Gefährdungslage”
Genau diese und die Einschränkungen für Journalisten hatten am Freitag für Proteste gesorgt. Die Wiener Polizei hatte es mit "der potenziellen Gefährdungslage" begründet.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache schaffte es indes ohne Störungen in die Hofburg zum Ball, wie er in einem Video-Statement erklärte. Es sei bedenklich, dass "Linke und Linksextremisten" gegen einen Wiener "Traditionsball" mobilisierten. Den Ball werde man auch in Zukunft "mit Sicherheit nicht" aufgeben. Für den Wiener FP-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein war das Bild eindeutig. "Die Linke hat ihre schwarz verhüllten Stiefeltruppen losgelassen, um eine Spur der Gewalt und Verwüstung durch die Bundeshauptstadt zu ziehen."

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14 Festnahmen, 22 Verletzte
Nach den Ausschreitungen im Zuge der Proteste gegen den Akademikerball der FPÖ in der Wiener Hofburg hat es 14 Festnahmen gegeben, teilte die Polizei in einer Aussendung in der Nacht auf Samstag mit. 17 Aktivisten und fünf Exekutivbeamte seien verletzt worden.

Die Gesamtschadenssumme der Ausschreitungen gehe in die hunderttausende Euros, so die Polizei. In der Wiener Innenstadt wurden den Angaben zufolge hunderte Anhaltungen, Kontrollen und Identitätsfeststellungen hinsichtlich gewaltbereiter Aktivisten vorgenommen. Umfangreiches Videomaterial werde gesichtet.

(APA/Red)