© Walter Wobrazek

Österreich
06/18/2017

Rainer Nikowitz: Das Leben der anderen

Die bisherige Wahlkampf-Linie der Grünen ist durch eine gewisse Fremdbestimmtheit gekennzeichnet.

von Rainer Nikowitz

Felipe: Also, Wahlkampfschlager Nummer eins: Wir müssen verhindern, dass die FPÖ in die Regierung kummt. Lunacek: Ganz klar. Nazis. Felipe: Wahlkampfschlager zwei: Wir müssen natürlich a verhindern, dass die ÖVP in die Regierung kummt. Lunacek: Auch klar. Halbnazis. Felipe: Dann müss ma drittens verhindern, dass die SPÖ a Koalition mit der FPÖ macht. Lunacek: Selbstverständlich. Nazi-Kollaborateure. Felipe: Also müss ma viertens schauen, dass si Rot-Grün-NEOS ausgeht. Lunacek: Na ja … Des geht aber a net. Felipe: Wieso net? Lunacek: Die Pinken san doch urarge Neoliberale. Felipe: Ah so, ja. Also fast so genauso schlimm wie Nazis. Müss ma auch verhindern. Lunacek: Bleibt also nur Rot-Grün. Felipe: Da muss si aber die SPÖ zuerst vom Niessl/Doskozil-Flügel trennen. Lunacek: Unbedingt. Aber vom Kern eigentlich a. Felipe: Is des net a bissl hart? Lunacek: Also bitte! Des, was der jetzt mit sein Kriterienkatalog gmacht hat – des kömma ihm net durchgehen lassen. Felipe: Ja, hast recht. Net mit uns. Lunacek: Also werd ma, so wie’s ausschaut, auf a grüne Alleinregierung abzielen müssen. Felipe: Könnt eng werden. Lunacek: I weiß. Schwierig bei de Österreicher. De san halt alle so furchtbar unprogressiv. Andererseits: Wenn net wir mit unserem tollen Programm sie überzeugen können – wer denn bitte dann? Felipe: Ja. Wer dann. Lunacek: Äh … Was war no amoi unser Programm? Felipe: Verhindern! Alle andern. Lunacek: Ah ja. Na, wenn des ka Argument is!