© Walter Wobrazek

Österreich
02/12/2017

Rainer Nikowitz: Die Rentnergang

Ein Beserlpark irgendwo in Österreich. Zwei Pensionisten sitzen auf einem Bankerl und füttern Tauben.

von Rainer Nikowitz

Pröll: Und? Was treibst so? Pühringer: Siechst eh. Pröll: Des is alles? Pühringer: Machst du leicht mehr? Pröll: I bin no total aktiv. Erst heit Vormittag hab i den Bundesparteiobmann angruafen. Pühringer: Echt? Und? Pröll: Er hat net abghoben. Pühringer: Siechst, drum tua i ma des gar net erscht an. I schreib Mails. Pröll: Und? Pühringer: Kumman olle ois unzustellbar zruck. Pröll: Des hätt a si früher amoi trauen sollen, der Falott. Pühringer: Was hättst denn überhaupt wollen? Pröll: An Minister. Oder zwa. Pühringer: Sprechen? Pröll: Neu besetzen. Pühringer: Aha. Hättst mi oba ruhig vorher fragen können. Pröll: Warum? Du bist ja niemand mehr. Pühringer: Willkommen im Club. Pröll: Nanana. Bei mir is des anders. Pühringer: Eh. Drum heben s’ ja a glei nach dem erschten Klingeln ab. Pröll: Des misch i eana scho no beim nächsten Parteivorstand. Pühringer: Du bist nimmer im Parteivorstand. Pröll: I hätt mir denkt, i nominier mi söba per Akklamation ois Konsulent. Pühringer: Warum du und i net? Nanana, da stimm i dagegen. Pröll: Du hast ka Stimmrecht mehr. Pühringer: Dann … bin i halt die außerparteiliche Opposition. Pröll: Was is nur worden aus uns. Pühringer: Ja. A so ein Schas heast. Pröll: Jetzt gib halt her so a Taubenfutter. Pühringer: Da. Schau amoi, de ane Tauben durt rechts außen hat die gleichen Augenring wia da Strache. Spannend, oder? Pröll: Total. Wennst jetzt an Strolz a no findst, wird des glaub i z’vü für meine Nerven.