© Udo Titz

Österreich
11/12/2018

Rainer Nikowitz: Gemeindienst

Der groß hinausposaunte Spionagefall im Bundesheer war für den Kanzler eine tolle Gelegenheit, die mit ihm koalierenden Putin-Anschleimer ein bisschen zu ärgern.

von Rainer Nikowitz

Strache: Des is ja alles net so arg. Kneissl: 300.000 Euro hat der kriegt? Des is ja gar nix. Da kann er net vü verraten ham. Kunasek: Eh net. Der war ja beim Heer. Also kann er a gar net vü gwusst ham. Kurz: I mach a Pressekonferenz.

Strache: Geh, des is do net notwendig! Do net wegen dem Putin! Bei dem san alle Informationen in den besten Händen. Kneissl: Des stimmt. I kann des beurteilen. I war schließlich a in seinen Händen. Kunasek: I mein, wenn uns irgendwelche gefährlichen Mächte ausspioniert hätten, okay. De Schweiz. Oder Island. Aber so. Mach ma do bitteschön aus ana Muckn kan Elefanten. Kurz: Mach i eh net. Aber a Pressekonferenz mach i.

Strache: Des kann i als Chef der Sicherheitspartei Nummer eins net gutheißen. Du kennst mein Wahlspruch: Zu viel wissen macht Kopfweh! Kneissl: Ich rate auch zu stillerer Diplomatie. Und nachdem es um Russland geht, sollt sie nach meinem Dafürhalten so still sein, dass sie net amoi die Russen hören. Kunasek: Und i kenn mi zwar bekanntlich bei überhaupt nix aus, aber mei Bauchgefühl sagt ma: Nur kane Wellen! Kurz: Aber a Pressekonferenz.

Strache: Wie kann ma nur so stur sein? Kneissl: Wenn uns des nur net international isoliert! Kunasek: I weiß jetzt nimmer, was i sagen soll.

Kurz: Des sagst dann auf der Pressekonferenz. Du kommst nämlich mit. Strache: Des is de Rache für den Migrationspakt, oder? Kurz: Aber nein! Zumindest … net nur.

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