© Udo Titz

Liederlich
02/26/2018

Rainer Nikowitz: Liederlich

Dauernd tauchen neue peinliche Liederbücher auf. Höchste Zeit für die Burschenschaften, eine Gegenstrategie zu entwickeln.

von Rainer Nikowitz

Beowulf: Schrecklich! Hartmund: Grauenvoll!

Beowulf: Diese Gesinnungsschnüffelei! Wie in den unseligen Zeiten! Hartmund: ’38? Beowulf: ’45 ff. Jetzt auf einmal stierln sie wieder überall herum. Ich mein, wie wenn vorher keiner gwusst hätt, was wir sind. Hartmund:Vorher ham wir aber auch net die Republik übernommen. Wir müssen uns mit den Liederbüchern was überlegen, so viel is klar.

Beowulf: Im Spülkasten vom Häusl verstecken? Hartmund: Schlimmer. Es braucht eine Bücherverbrennung. Beowulf: Schon wieder? Hartmund: Diesmal aber eine, die richtig weh tut.

Beowulf: Ja aber, wir können doch nicht … Unser Liedgut! Unser Erbe! Einfach ein Raub der Flammen? Was für eine furchtbare Vorstellung! Hartmund: Aber ich hab noch eine Idee: Wir machen es wie in diesem Film. Beowulf: In welchem? „Der Untergang“? Hartmund: Nein. Der, in dem alle Bücher verboten sind und die Leute sie dann so retten, indem jeder ein Buch auswendig lernt.

Beowulf: I merk mir doch kein ganzes Buch. Hartmund: Ein Lied. Jeder von uns merkt sich ein Lied. Und ist es dann quasi. Beowulf: Was für ein schöner Gedanke! Hartmund: Schon, oder?

Beowulf: Darf ich das mit den sechs Millionen sein? Hartmund: Aber sicher. Beowulf: Aber auf der anderen Seite … Mein Gedächtnis is auch nimmer so. Des ganze Bier im Lauf der Jahre … Was, wenn ich’s vergess? Ob i net sicherheitshalber doch eine Kopie mach? Hartmund: Aber wo tust die wieder hin?

Beowulf: Ministeriumscomputer? Hartmund: Perfekt. Dort findet’s garantiert keiner.

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