© Udo Titz

Österreich
10/21/2018

Rainer Nikowitz: Rotlauf

Die SPÖ lässt derzeit in Ermangelung anderer lohnender Aufgaben keinen Grund zum Streiten aus. Jetzt sind wieder die Kärntner bös – wegen der EU-Kandidatenliste.

von Rainer Nikowitz

Kaiser: Dos is jetzt also der Dank oder wie? Rendi-Wagner: Der Dank wofür? Kaiser: Dafür, dass i dir den Parteivorsitz gschenkt hab. Rendi-Wagner: Gschenkt? Ihr Provinzfürsten wart’s do alle miteinand zu feig, euren gmiatlichen Schrebergarten aufzugeben und nach Wien zu gehen. So schaut’s doch aus! Kaiser: Provinzfürsten? Schrebergarten? Wie bitte?? Rendi-Wagner: Gemma vielleicht einen Schritt zurück: Worüber regst di denn eigentlich so auf? Kaiser: Darüber, dass du den Kärntner Provinzler afoch auf Platz neun verräumt hast. An unwählbare Stell. Rendi-Wagner: I versteh ja, dass du deinen Sohn lieber weiter vorn sehen tätst, aber … Kaiser: Dos hat überhaupt nix damit z’tuan, dass dos mei Sohn is! Rendi-Wagner: Na. Woher denn. Kaiser: Da geht’s anzig und allan um die Wertschätzung gegenüber der stärksten Landesorganisation der SPÖ! Rendi-Wagner: Wieso twittert dei Bua denn a so an Bledsinn? „Nazion“ … Is do klar, was die „Krone“ aus so was macht! Kaiser: Fürcht ma uns jetzt vor der „Krone“ oder wie? Rendi-Wagner: War des jemals anders? Kaiser: I siech scho, i hätt den Job do selber machen sollen. Rendi-Wagner: Okay. I muss des mit dem „Provinzfürsten“ korrigieren. Kaiser: No, wenigstens was. Rendi-Wagner: Und zwar auf „gönnerhafter Provinzfürst“. Wurscht ob der Doskozil, der Ludwig oder du. Ihr seid’s alle gleich. Kaiser: Und du scheinst zu glauben, du bist gleicher. Rendi-Wagner: Net? Kaiser: Wennst so weiter tuast: net lang.