© Walter Wobrazek

Österreich
12/11/2017

Rainer Nikowitz: Unschuld am Sande

Karl-Heinz Grassers Anwälte beklagen seine „Vorverurteilung“ durch Medien – und auch Satiriker. Aber warum nur die?

von Rainer Nikowitz

Grasser: Fiona? Fioooona! Fiona: Was is denn schon wieder? Grasser: Mir san spät dran. Kumm, gemma! Fiona: Wohin denn? Grasser: Was heißt wohin? Ab heute wird meine Unschuld erwiesen! Fiona: Ach so. Du meinst, dieser Prozess fängt an? Das ist jetzt aber blöd. Grasser: Eh is dos blöd. Aber i hab’s nit verhindern können. Und glaub mir: I hab mi wirklich bemüht. Fiona: Nein, ich hab gemeint, das ist jetzt aber blöd, dass ich nicht mitkommen kann. Grasser: Was? An so an wichtigen Tag? Wieso denn nit, um Himmels willen? Fiona: Ach Gottchen, du weißt doch, wie das ist. Man nimmt sich was vor, und dann kommen einem tausend Sachen dazwischen. Grasser: Na, dos weiß i nimmer! I hab scho seit Jahren nix mehr vor, und mir kommt a seit Jahren nix dazwischen! Was für tausend Sachen? Fiona: Coiffeur, Parfümeur. Und, wenn sich’s ausgeht, auch der Chauffeur. Grasser: Dos is wichtiger, als mir in der Öffentlichkeit beizustehen? Was is mit: „In guten wie in schlechten Zeiten“, ha? Fiona: Wie ich dich geheiratet hab, konnte ich ja nicht wissen, dass die guten Zeiten mehr in Minuten gemessen werden. Aber du machst das schon, Darling. Mit deinem Charme! Grasser: Auf den pfeifen s’ ma was! Fiona: No, warum soll’s denen anders gehen. Jedenfalls … ich komm dich dann besuchen, versprochen. Später. Grasser: Später? Bei der Urteilsverkündung oder was? Fiona: Noch später. Und ich schmuggle dabei eine Feile hinein, versprochen! Grasser: Impertinent! Fiona: Nein. Im Jackenfutter.

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