"Schutzpatron der Tempobolzer": Kritik an Hofers Plänen zu Tempo 140

Nach der Präsentation zweier Testabschnitten auf der Westautobahn (A1) in Nieder- und Oberösterreich, auf denen ab August 140 km/h gefahren werden darf, hat Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) kritisiert. Hofer sei offenbar "Schutzpatron der Tempobolzer", denn die Zeitersparnis auf den Abschnitten liege im Bereich von einer halben bzw. von eineinhalb Minuten.

Zwischen Sattledt und Haid brächten die zehn km/h mehr eine "Top-Zeitersparnis auf geduldigem Papier" von 31 Sekunden, zwischen Oed und Melk eine Minute und 24 Sekunden, rechnete Gurgiser vor. Offenbar sei Hofer in dem ihm anvertrauten Ressort "noch nicht angekommen", sonst müsste er erkennen, "dass wir in der Alpenrepublik Österreich in Bezug auf Straße und Schiene ganz andere Probleme haben".

"Wir halten nichts von Tempo 140

Diesbezüglich führte Gurgiser etwa den von ihm so bezeichneten "Abgas- und Lärmbetrug auf und am gesamten Autobahnen- und Schnellstraßennetz der Asfinag" an, oder "Milliardeninvestitionen in Eisenbahninfrastrukturen, bei denen das politische Versprechen in Bezug auf Güter - von der Straße auf die Schiene - real ersetzt wurde durch Verlagern von Milliarden an Steuergeld in die internationale Tunnelbauindustrie ohne das Verlagerungsziel zu erreichen".

"Wir, die wir tagtäglich am gesamten Asfinag-Netz um unsere Gesundheit in Bezug auf fehlenden und falsch berechneten Lärmschutz geprellt werden, halten nichts von Tempo 140", so Gurgiser: "Genauso wenig davon, dass er (Verkehrsminister Hofer, Anm.) anscheinend nicht einmal weiß, dass Tempo 100 wegen weit überhöhter Stickstoffdioxidbelastungen und nicht wegen Feinstaub-Belastungen auf Grundlage der Luftreinhaltegüterichtlinien verordnet werden musste."