Spindelegger weg, Faymann angeschlagen. Kommt bald die Dritte Republik?

Spindelegger weg, Faymann angeschlagen. Kommt bald die Dritte Republik?

Michael Spindelegger ist weg, Werner Faymann angeschlagen. Die ÖVP: eine selbstzerstörerische Klientelpartei, die SPÖ: eine prinzipienlose Populismusmaschine. Die rot-schwarz dominierte Zweite Republik zeigt akute Auflösungserscheinungen. Kommt bald die Dritte Republik unter Kanzler Strache?

Dienstagabend vergangener Woche, kurz nach 21 Uhr, beendete Michael Spindelegger mit den Worten, es beginne jetzt „ein neues Leben“, seine politische Karriere. In seiner letzten ÖVP-Vorstandssitzung hatte er sich auf das Ablesen der Rednerliste beschränkt. Nach der einstimmigen Wahl seines Nachfolgers Reinhold Mitterlehner verließ er den großen Sitzungssaal im ÖVP-Hauptquartier in der Wiener Lichtenfelsgasse so rasch, dass er den Abschiedsapplaus seiner 30 Parteifreunde kaum mehr mitbekam. Manche hatten nur auf die Tischplatte geklopft.

Nichts ist älter als der ÖVP-Chef von gestern.

Die Verwerfungen in der Volkspartei überlagerten vergangene Woche die Geschehnisse in der SPÖ. Trotz der im Vergleich größeren Selbstdisziplin der roten Kader war der brodelnde Streit um Frauen-Gleichberechtigung und das innerparteiliche Demokratieverständnis des SPÖ-Vorsitzenden eskaliert. Beim Parteitag im Herbst muss Werner Faymann mit einem Aufstand rechnen.

Die beiden staatstragenden Parteien, SPÖ und ÖVP, zeigen Auflösungserscheinungen.

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