SPÖ-Abgeordnete Daniela Holzinger: „Ich habe keine Angst“

SPÖ-Abgeordnete Daniela Holzinger: „Ich habe keine Angst“

Die junge SPÖ-Abgeordnete Daniela Holzinger über ihre Probleme mit dem Klubzwang und ihren Ruf als Parteirebellin.

Interview: Franziska Dzugan

profil: Sie haben in Ihrem Blog angekündigt, einem Zwölf-Stunden-Tag nicht bedingungslos zuzustimmen. Gab es bereits Reaktionen aus der Partei?
Daniela Holzinger: Bisher nicht. Ich verlasse mich voll auf das Versprechen von Sozialminister Hundstorfer, der als Bedingung eine sechste Urlaubswoche fordert. Ohne eine Ausweitung des Urlaubsanspruchs – und zwar bedingungslos für alle Arbeitnehmer nach 25 Jahren in Beschäftigung – ist meine Zustimmung ausgeschlossen.

profil: Sie haben als einzige SP-Abgeordnete mit den Grünen für einen Hypo-U-Ausschuss gestimmt. Ist der Klubzwang ein Problem für Sie?
Holzinger: Wenn wir offen diskutieren, habe ich kein Problem, mich der Meinung der Mehrheit unterzuordnen. Im Fall des Hypo-U-Ausschusses hatte ich keine Chance, mich einzubringen. Dann fühle ich mich auch nicht an die Klublinie gebunden.

profil: Die Parteirebellin Sonja Ablinger musste ihren Hut nehmen. Haben Sie Angst, Ihnen könnte ein ähnliches Schicksal blühen?
Holzinger: Ich habe keine Angst. Ich fühle mich auch gar nicht als Rebellin. Ich halte mich nur lieber an die Parteilinie als an die Klublinie.

profil: Sie waren eigentlich gegen die Große Koalition und für eine rot-grüne Minderheitsregierung. Wie zufrieden sind Sie bis jetzt mit der Regierung?
Holzinger: Vor Kurzem hat mich jemand gefragt, wann meine Schmerzgrenze erreicht ist. Es tut schon sehr weh, in der Koalition mit der ÖVP gefangen zu sein. Die SPÖ hätte auf Vermögenssteuern bestehen müssen, dann müssten wir jetzt nicht bei der Bildung einsparen. Das macht mir derzeit große Sorgen.