Negativ-Videos gegen Kurz von Tal Silberstein geordert

Sebastian Kurz und Christian Kern

Sebastian Kurz und Christian Kern

SPÖ beklagt Datenklau, Videos seien nur für den internen Gebrauch erstellt worden.

Wieder einmal sorgen Videos für Aufregung im Wahlkampf. Die SPÖ hat scheinbar in Abstimmung mit Berater Tal Silberstein Anti-Sebastian-Kurz-Videos produzieren lassen. Die Sozialdemokraten orten nun "Datenklau" und wollen alle rechtlichen Mittel dagegen prüfen. Zudem hätten sie die Videos "nicht direkt" beauftragt.

Wie profil vorliegende Unterlagen zeigten, habe die Wiener Werbeagentur GGK MullenLowe im Auftrag der SPÖ Videos gestaltet, die sich gegen ÖVP-Obmann Sebastian Kurz richten, berichtet das Magazin. Eines davon wurde zunächst auf der von der anfangs SPÖ unterstützten, mittlerweile aber stillgelegten Seite politiknews.at verbreitet und ist mittlerweile auf der rechtslastigen Facebook-Seite "Die Wahrheit über Sebastian Kurz" abrufbar.

"Nur für internen Gebrauch"

Der Chef von GGK MullenLowe, Michael Kapfer, bestätigt gegenüber profil die Produktion der Videos. Diese seien laut Kapfer in Abstimmung mit dem SPÖ-Berater Tal Silberstein nur für den internen Gebrauch in Fokus-Gruppen erstellt worden. Für die Veröffentlichung eines Videos sei man nicht verantwortlich.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler beteuert in einer Aussendung, dass die Videos von der SPÖ "nicht direkt" beauftragt worden seien. Silberstein, nach seiner zwischenzeitlichen Festnahme in Israel von der SPÖ mittlerweile gefeuert, soll verschiedenste Konzepte entworfen habe, um diese in Fokusguppen abzutesten. Dass nun Korrespondenzen zwischen der Agentur und der SPÖ-Kampagne bei Journalisten aufgetaucht seien, sei ein deutlicher Beleg, dass immer wieder versucht werde, Details der SPÖ-Kampagne auf allen Wegen in Erfahrung zu bringen: "Hacken und interne Daten missbräuchlich zu verwenden, ist aber kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verbrechen."

Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer betonte erneut, dass die SPÖ das Geschäftsverhältnis mit Silberstein aufgekündigt habe: "Und wir haben uns auch ganz klar dazu entschieden, einen sauberen Wahlkampf mit einer harten, aber fairen inhaltlichen Konfrontation zu suchen."

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