Sprayer Puber: 14 Monate wegen schwerer Sachbeschädigung

Sprayer Puber: 14 Monate wegen schwerer Sachbeschädigung

Der 30-jährige Schweizer Sprayer, bekannt unter dem Namen "Puber", ist zu 14 Monaten, davon zehn bedingt, wegen schwerer Sachbeschädigung verurteilt worden. Der Richterspruch ist bereits rechtskräftig. Der Schweizer, der seit März in U-Haft saß, wurde bereis enthaftet.

Nach zwei Verhandlungstagen ist im Fall "Puber" ein Urteil gefällt worden. Ein 30-jähriger Schweizer, der seit einem halben Jahr in U-Haft sitzt, wurde wegen schwerer Sachbeschädigung zu 14 Monaten teilbedingter Haft, davon vier Monate unbedingt, verurteilt. Renato S., der seit März in U-Haft sitzt, wurde noch am Donnerstag dieser Woche enthaftet. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

"Schriftzug von vielen Leuten verwendet"
Der 30-Jährige unterschrieb noch im Gerichtssaal die Papiere für seine Freilassung. Staatsanwalt Markus Berghammer warf dem Schweizer in seiner Anklage insgesamt 232 Fakte vor. In über 100 Fällen wurde der 30-Jährige nun schuldig gesprochen. Der Angeklagte gab zunächst nur 20 bis 30 auf Hausmauern und Türen angebrachte Tags zu. "Der Schriftzug wird von ziemlich vielen Leuten verwendet", sagte S. am ersten Verhandlungstag.

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50.000 Euro Schaden
Da sich der Sprayer nur teilweise schuldig bekannte, musste sich Richter Wilhelm Mende in Kleinstarbeit von Faktum zu Faktum durchkämpfen und den Angeklagten bei jedem einzelnen Fall nach seiner Verantwortung fragen. Der 30-jährige Angeklagte gab sich bei den Fragen durch den Richter wortkarg. Zu den ihm vorgelegten Bildern sagte er nur noch "Nein, das ist nicht von mir" oder "Das könnte von mir sein". Kritisiert wurde vom Verhandlungsleiter die Arbeit der Ermittlungsbehörden: "Ich muss hier dreifache Buchführung machen, ist ja nicht so." Der angerichtete Schaden blieb laut Mende schlussendlich unter den angeklagten 50.000 Euro.

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Der Schweizer kam im vergangenen Jahr unangemeldet nach Österreich und lebte seither als U-Boot in Wien. In der Schweiz läuft ein Ermittlungsverfahren gegen ihn, in dem es um die gleichen Vorwürfe geht. Der 30-Jährige soll seit 2004 vor allem in Zürich mehrfach seine "Puber"-Tags hinterlassen haben.

In Wien hielt er sich mit Jobs als Security über Wasser. Im Sommer 2013 wurde er in der Nähe des Cafe Leopold von einem Sicherheitsmann beim Sprühen erwischt. S. bettelte den Security an, ihn nicht zu verraten, er werde den Schaden wieder gut machen. Renato S. hatte allerdings dem Mann seinen richtigen Namen genannt. Aufgrund dieser Daten sowie durch ein Überwachungsvideo konnte der Schweizer im März in einer Wiener WG ausfindig gemacht werden.

In der Wohnung wurden zahlreiche Spraydosen sowie Graffitiutensilien gefunden. Der 30-Jährige flüchtete mit seinem Laptop aufs Dach und wollte den Computer in einem Kamin versenken. Davon hielten ihn die noch Polizisten ab. Auf dem Laptop wurden anschließend zahlreiche Fotos von diversen Graffiti sichergestellt.

Der Sprayer wurde Ende 2013 von einem Wiener Anrainer beim Platzieren seines Tags gestört. Lediglich die Buchstaben "Pu" konnte der Mann anbringen. Der Zeuge machte die Polizei darauf aufmerksam, dass es sein kann, dass dieser Sprayer sein Werk demnächst vollenden könnte. "Aus ermittlungstaktischen Gründen" sei jedoch von der Polizei nichts mehr unternommen worden, wie der Anrainer in einem Brief an Richter Mende berichtete. Zwei Tage später hatte "Puber" sein Werk vollendet.

(APA/Red.)