Sturmtief "Niklas" fegt über Österreich

Sturmtief "Niklas" fegt über Österreich

Das Sturmtief Niklas forderte am Dienstag ein erstes Todesopfer in Österreich. Feuerwehreinsätze in Oberösterreich und Niederösterreich. Probleme bei Stromversorgung in Tirol

In Oberösterreich standen am Nachmittag rund 4.000 Feuerwehrleute im Dauereinsatz. Durch das Sturmtief "Niklas" wurden Dächer abgedeckt und Bäume umgerissen, die Straßen blockierten und Stromleitungen lahmlegten. Tausende waren ohne Strom. Ein Pensionist verunglückte tödlich, als er versuchte, seine Terrassenüberdachung sturmfest zu machen.

Stromausfälle und Straßensperren in Tirol

Auch in Tirol hat das Sturmtief seine Spuren hinterlassen. Bei Windspitzen von bis zu 120 km/h wurden zahlreiche Bäume umgerissen und Dächer abgedeckt. In den Bezirken Landeck, Imst und Innsbruck-Land kam es zu Stromunterbrechungen durch umgestürzte Bäume. Außerdem mussten einige Straßen gesperrt werden.

Sturmtief erreicht Niederösterreich

In Niederösterreich hat das Unwetter binnen drei Stunden für etwa 90 Feuerwehreinsätze gesorgt. Diese Zwischenbilanz zog Franz Resperger vom Landeskommando am späten Dienstagnachmittag.

Ausrücken mussten Helfer u.a. auch in den Bezirken Zwettl (Groß Gerungs, Schloss Rosenau) und St. Pölten (Pottenbrunn, Böheimkirchen). Vereinzelte Einsätze gab es überdies in den Bezirken Baden (Pottendorf, Ebreichsdorf), Horn (u.a. Drosendorf) und Scheibbs (bei Purgstall) sowie in Krems im Stadtteil Lerchenfeld.

Oberösterreich: 25.000 Haushalte ohne Strom

Die Energie AG in Oberösterreich berichtete von 25.000 Haushalten in den Bezirken Ried, Schärding und Vöcklabruck, die vorübergehend keine Stromversorgung hatten. Am späten Nachmittag waren es noch 12.000. Die Linz AG verzeichnete 16.500 betroffene Haushalte, vor allem im Mühlviertel.

Der Sturm fegte sogar mehrere Lkw von der Straße: Auf der Innkreis-Autobahn (A8) zwischen der Raststation Aistersheim und dem Parkplatz Weibern, auf der Kobernaußer Straße bei Lohnsburg, der Lamprechtshausener Straße zwischen Lamprechtshausen und der Landesgrenze zu Salzburg, der Mauthausener Straße (B123) zwischen Mauthausen und Wartberg ob der Aist und der Steyrer Straße (B309) zwischen Kronstorf und Enns wurden Lastwagen verblasen. Die A8 wurde teilweise, die übrigen betroffenen Verbindungen komplett gesperrt, wie der ÖAMTC mitteilte.

Probleme auf den Bahnstrecken

Auf den Bahnstrecken kam es laut ÖBB immer wieder zu Problemen durch umgefallene Bäume. Man versuche aber bei länger dauernden Behinderungen einen Schienenersatzverkehr einzurichten. Zudem kam es zu Verspätungen, weil der Fernverkehr in Bayern komplett zum Erliegen gekommen war.

Auch Skilifte wurden großteils eingestellt. In Hinterstoder etwa stand der Betrieb von der Früh weg still, auf der Wurzeralm mussten Lifte im Laufe des Tages außer Betrieb genommen werden.

Zum Sturm gesellte sich im Mühlviertel noch Schneetreiben: In St. Oswald (Bezirk Freistadt) kam ein 24-jähriger Autolenker auf der schneeglatten Straße von der Fahrbahn ab und kollidierte frontal mit dem Wagen einer entgegenkommenden 53-Jährigen. Die Frau wurde verletzt ins Spital eingeliefert.