Santorum macht Weg für Romney frei

Der Herausforderer von Rick Santorum mit seinem Rückzug den Weg frei für den Multimillionär und Ex-Unternehmer.

Zwar sind mit den Polit-Veteranen Newt Gingrich und Ron Paul zwei prominente Konkurrenten weiterhin im Rennen. Doch sie liegen deutlich hinter Romney, der sich bei den bisherigen Vorwahlen bereits mehr als die Hälfte der Delegiertenstimmen sicherte, die er für seine Nominierung benötigt.

Im Duell mit Obama wird er sich voraussichtlich auf die Wirtschaftspolitik konzentrieren und so versuchen, die entscheidende Gruppe der Unabhängigen sowie Wähler der Mitte für sich zu gewinnen. Noch aber liegt er Umfragen zufolge im Direktvergleich hinter dem Amtsinhaber.

Romneys einziger ernstzunehmende Rivale war in den vergangenen Wochen Santorum. Durch sein überraschend langes Ausharren im Vorwahlkampf hatte er dem gemäßigteren Romney Reizthemen wie die Geburtenkontrolle aufgezwungen. "Wir haben gewonnen, indem wir die Menschen berührt haben und Themen aufgeworfen haben, die eine Menge Leute gerne unter den Teppich gekehrt hätten", sagte der streng gläubige Katholik und entschiedene Abtreibungsgegner in Gettysburg, wo er seinen Rückzug bekannt gab.

Romney zeigte sich nach der Ankündigung seines Rivalen überrascht. Der Schritt sei für ihn unerwartet gekommen, erklärte der Ex-Gouverneur von Massachussetts. "Es war ein guter Tag für mich", resümierte er. Santorum sei dennoch eine wichtige Stimme und werde auch in Zukunft eine bedeutende Rolle bei den Republikanern spielen.

Für Romney kommt die De-facto-Vorentscheidung zur rechten Zeit: Ein sich lange hinziehendes parteiinternes Ringen um die Nominierung hätte seine Wahlkampfkasse empfindlich geschwächt und die Trennung zwischen dem Partei-Establishment und den Erzkonservativen an der Basis befördert.

Santorum lag im bisherigen Vorwahlkampf an zweiter Stelle und war mit erzkonservativen Thesen überraschend zum Shooting-Star und zu Romneys aussichtsreichstem Rivalen aufgestiegen. Bei Gering- und Normalverdienern, Menschen ohne höheren Bildungsabschluss, der einflussreichen Tea-Party-Bewegung und den Anhängern der Republikaner, die sich als Evangelikale und wiedergeborene Christen bezeichnen, kam der Vater von sieben Kindern gut an. Er schaffte es aber nicht, sich die Unterstützung über seine Kernklientel hinaus zu sichern.

Romney dürfte allerdings noch Wochen brauchen, um sich die republikanische Nominierung offiziell zu sichern. Aktuell kommt er nach Hochrechnungen des TV-Senders CNN auf 651 Delegiertenstimmen der Republikaner. Das sind mehr als die Hälfte der 1.144 Wahlleute, die der ehemalige Gouverneur von Massachusetts für die offizielle Kandidatenkür auf dem Nominierungsparteitag Ende August benötigt.

Die Präsidentschaftswahl findet am 6. November statt.

(APA/Red)