Impfung in Österreich

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profil-Morgenpost
01/15/2021

Vertuschungen und Enthüllungen (und das Ende des Regenbogens)

Über Covid-19-Impfkampagnen, Homeschooling und Männer als Minderheit.

von Sebastian Hofer

Guten Morgen!

Die gute Nachricht zum Tag: Die österreichische Covid-19-Impfkampagne (genauer: die dazugehörige Marketingkampagne) ist gestern offiziell gestartet, es gibt offenbar ein Licht am Ende des Regenbogens. Leider muss man sich – zumindest vorerst – immer noch ein bisschen zum Optimismus zwingen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Pandemie zum Beispiel bleibt weiterhin stark verbesserungsfähig, auch wenn der Nachfolger von Christine Aschbacher, Arbeitsminister Martin Kocher, soeben eine baldige Vorlage des äußerst gewissenhaft vorbereiteten Homeoffice-Gesetzes angekündigt hat.

Michael Nikbakhsh wird sich darüber möglicherweise freuen, der Leiter des Wirtschaftsressorts im profil und oberster Investigativreporter dieses Magazins hat, wie wir aus eigener Anschauung berichten können, schon etliche Redaktionskonferenzen in unmittelbarer Homeschooling-Umgebung absolviert. Seinen Rechercheoutput schmälert das erstaunlicherweise nicht, gerade erst sorgte Nikbakhsh (gemeinsam mit KollegInnen der „ZiB2“ und des „Standard“) für erhebliches Aufsehen, indem er nachzeichnete, wie sich Christian Pilnacek, Sektionschef im Justizministerium, und Johann Fuchs, Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Wien, zum „Ibiza“-Komplex abgesprochen und die Existenz wichtiger E-Mails im zuständigen Untersuchungsausschuss verschwiegen haben: „Dies ist die Geschichte einer Vertuschung – und zugleich einer Enthüllung“, schreibt Nikbakhsh. Und, ganz ehrlich: Was kann man von einer Geschichte mehr verlangen?

Minderheit Männer

Nun, allenfalls vielleicht Sätze wie die folgenden - aus einem Lieblingstext der (gerade noch) aktuellen Ausgabe, einem Erfahrungsbericht des ZiB-Moderators Tarek Leitner über seine Versuche, die Nachrichten geschlechtergerecht zu sprechen: „Ich verstehe die männlichen Zuseherinnen, wenn sie den Kompromiss kritisieren, über die Verwendung der ausschließlich weiblichen Form zu einer gendergerechten Sprache zu kommen. Das braucht sich eine Minderheit (und statistisch sind das die Männer) im Jahr 2021 doch nicht gefallen zu lassen.“

Also bitte, liebe Leserinnen, lassen Sie sich nichts gefallen – und bleiben Sie uns gewogen!

Ihr

Sebastian Hofer

 

PS, ein Erratum: Die akademische Karriere von Bildungsminister Heinz Faßmann war wohl doch nicht so umfangreich wie von uns gestern an dieser Stelle behauptet. Tatsächlich hat Faßmann sein Studium der Geographie und Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Uni Wien in flotten zehn Semestern absolviert, die von uns angegebenen 32 Semester sind bis zu seiner Habilitation vergangen. Wir bitten um Nachsicht.

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