Volkssport Kur: Der bezahlte Zusatzurlaub kostet den Staat Milliarden

Volkssport Kur: Der bezahlte Zusatzurlaub kostet den Staat Milliarden

Nirgendwo hat der k&k-Anachronismus Kur derart lange überlebt wie in Österreich. Vor allem Orte in Randlagen leben prächtig vom Therapie-Tourismus. Der bezahlte Zusatzurlaub gilt bis heute als Volkssport. Das ist enorm teuer – und bringt medizinisch herzlich wenig.

Eigentlich ist der Kaiser schuld. Franz Karl und Erzherzogin Sophie waren jahrelang an der Produktion eines Thronfolgers gescheitert – bis sie im Jahr 1829 in Bad Ischl die damals brandneuen und geheimnisumwobenen Mineralsolebäder genossen. Der Aufenthalt der Royals wird bis heute in Bad Ischl als „sagenhafter Kurerfolg“ bejubelt, der den Namen Franz Joseph trug und ab 1848 Österreich regierte.

Christian Rainer im Gespräch mit Eva Linsinger über die aktuelle Titelgeschichte

Die Geschichte klang zumindest vor knapp einem Jahrhundert derart überzeugend, dass die Kur Höhenflüge feierte. Die Kur als bezahlter Zusatzurlaub ist ein Volkssport, der „Kurschatten“ oder die „Kurkonditorei“ sind Teil des aktiven Wortschatzes. Nirgendwo sonst wird wegen Rückenschmerzen und ähnlicher vager Wehwechen öfter das Allheilmittel Kur verordnet, ganze Orte leben vom einschlägigen Tourismus. Das ist teuer – und es bringt medizinisch herzlich wenig.

Lesen Sie die Titelgeschichte von Eva Linsinger und Robert Buchacher in der aktuellen Printausgabe oder als E-Paper (www.profil.at/epaper)!