Wer will mich? Wie man Bundespräsident wird

Der letzte Kandidat: Norbert Hofer geht für die FPÖ in das Rennen um die Hofburg

Der letzte Kandidat: Norbert Hofer geht für die FPÖ in das Rennen um die Hofburg

Wer tritt an? Wann ist die Wahl eigentlich? Für was brauchen wir überhaupt einen Bundespräsidenten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wer tritt zur Wahl an?

Fix angekündigt, Österreichs nächstes Staatsoberhaupt werden zu wollen, haben bisher:

- Irmgard Griss: Die ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofes leitete zuletzt den Untersuchungskommission zur Causa Hypo Alpe Adria. Die 69-jährige Steirerin tritt als unabhängige Kandidatin an und steht dem bürgerlichen Lager nahe.

Irmgard Griss - Antrittsrede

- Alexander van der Bellen: Der 71-Jährige war von 1997 bis 2008 Bundessprecher der Grünen und bei drei Nationalratswahlen Spitzenkandidat seiner Partei. Van der Bellen war Professor für Volkswirtschaft an den Universitäten Innsbruck und Wien. Für das Amt des Bundespräsidenten kandidiert der in Tirol aufgewachsene Politiker offiziell als unabhängiger Kandidat.

Alexander Van der Bellen will Bundespräsident werden

- Andreas Khol: Das ÖVP-Urgestein war von 2002 bis 2006 Nationalratspräsident und einer der stärksten Befürworter der schwarz-blauen Regierung. Der 74-jährige Jurist stammt ebenfalls aus Tirol und gilt als christlich-konservativ.

Bundespräsidentenwahl 2016: Andreas Khol

Die SPÖ schickt den ehemaligen Sozialminister und langjährigen Gewerkschafter Rudolf Hundstorfer ins Rennen.

Rudolf Hundstorfer will seinem Parteikollegen Heinz Fischer folgen

Für die FPÖ tritt der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer an. Der 44-Jährige stellte sich mit den Worten vor: "Ich bin ein freiheitlicher Kandidat und vertrete freiheitliche Positionen."

Wen würden Sie bei der Bundespräsidentschaftswahl wählen?

  • Norbert Hofer
    76,21%
  • Alexander Van der Bellen
    16,23%
  • Irmgard Griss
    3,12%
  • Andreas Khol
    2,77%
  • Rudolf Hundstorfer
    1,67%

Wer darf antreten?

Wer antreten will, muss spätestens mit Ablauf des Tages der Wahl das 35. Lebensjahr vollendet haben und einen Wahlvorschlag einbringen. Damit ein Wahlvorschlag rechtsgültig eingebracht wird, müssen dem Antrag mindestens 6.000 Unterstützungserklärungen beigelegt werden.

Wie läuft die Wahl ab?

Um in die Hofburg einzuziehen, ist eine absolute Mehrheit, d.h. mehr als die Hälfte der Stimmen notwendig. Wenn keine Kandidatin/kein Kandidat eine solche Mehrheit bekommt, findet am vierten Sonntag nach dem ersten Wahlgang eine Stichwahl statt, bei der nur noch die beiden stimmenstärksten Kandidatinnen/Kandidaten antreten.

Wer darf wählen?

Alle österreichischen Staatsbürgerinnen/österreichischen Staatsbürger, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben.

Wann ist die Wahl?

24. April 2016

Wann tritt der neu Bundespräsident/die neue Bundespräsidentin das Amt an?

Die Amtszeit von Bundespräsident Heinz Fischer endet am 8. Juli 2016. Danach übernimmt das neue Staatsoberhaupt.

Wie lange ist der Bundespräsident/die Bundespräsidentin im Amt?

Die Amtsdauer beträgt sechs Jahre. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich.

Welche Aufgaben hat das Staatsoberhaupt?

Im Protokoll der Republik Österreich steht der Bundespräsident vor dem Nationalratspräsidenten und dem Bundeskanzler an erster Stelle. Zu den Kernkompetenzen gehören die Ernennung des Bundeskanzlers und, auf dessen Vorschlag, der Mitglieder der Bundesregierung sowie die Möglichkeit auf Ansuchen der Regierung den Nationalrat aufzulösen. Er ist zudem Oberbefehlshaber über das österreichische Bundesheer und er vertritt die Republik nach außen.

Bei welcher Wahl traten die meisten Kandidaten an?

Das war bei der ersten Wahl nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1951. Damals traten sechs Kandidaten an: Heinrich Gleißner (ÖVP), Theodor Körner (SPÖ) Burghard Breitner (VdU), Gottlieb Fiala (KPÖ), Johannes Ude, Ludovica Hainisch-Marchet. Durchsetzen konnte sich schließlich in der Stichwahl Theodor Körner mit 52,06 % gegen Heinrich Gleißner.

Welche Wahl hatte die höchste Wahlbeteiligung?

1957 gingen 97,2% aller Wahlberechtigten auch tatsächlich wählen.

Welche Wahl hatte die niedrigste Wahlbeteiligung?

Bei der bisher letzten Wahl im Jahr 2010 machten nur mehr 53,6% aller Österreicher und Österreicherinnen von ihrem Wahlrecht gebraucht.

Wer fuhr den knappsten Wahlsieg ein?

Bei der Wahl 1965 setzte sich Franz Jonas (SPÖ) mit 50,69 % gegen Alfons Gorbach (ÖVP) mit 49,31 % durch.

Wer erhielt die wenigsten Stimmen?

1951 erreichte die Frauenrechtlerin Ludovica Hainisch-Marchet nur 0,05 % (2132) aller Stimmen.