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Österreich
04/24/2021

Wiener Spital verlor über Nacht Patientin

Die demente 86-Jährige wurde erst nach rund zwölf Stunden verletzt aufgefunden.

von Michael Nikbakhsh

Die zum stadteigenen Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) gehörende Klinik Landstraße, vormals Rudolfstiftung, muss sich dem Vorwurf der grob fahrlässigen Körperverletzung an einer betagten und dementen Patientin stellen. profil liegt eine Sachverhaltsdarstellung (unbekannte Täter) eines Wiener Rechtsanwalts vor, dessen 86-jährige an Demenz erkrankte Mutter am 3. April dieses Jahres mit Verdacht auf Schlaganfall in der „Stroke Unit“ der Neurologischen Abteilung stationär aufgenommen wurde. Tags darauf, am 4. April, war sie gegen 20.30 Uhr verschwunden.

Laut der Anzeige verständigte das Krankenhaus zwar die Polizei, nicht aber die Angehörigen. Diese werfen dem Krankenhaus vor, darüber hinaus wenig unternommen zu haben, um die Patientin im eigenen Haus zu suchen. Die diensthabende Oberärztin soll unter anderem erklärt haben, man könne ja nicht „in jedem Bett“ nachschauen. Erst nach fast zwölf Stunden wurde die Patientin kurz vor 8.00 Uhr auf einer Station ohne Betten gefunden. Laut der Anzeige hatte sie sich bei einem Sturz im Spital eine Rissquetschwunde am Kopf und Hämatome zugezogen.

Der WIGEV bedauert auf profil-Anfrage den „unglücklichen Vorfall“. „Gerade bei dementen PatientInnen mit neurologischem Krankheitsbild lässt unser Personal besondere Vorsicht walten.“ Abgänge von PatientInnen seien „auf einer neurologischen, offenen Bettenstation leider keine Seltenheit“. Im Falle der Patientin sei man „standardisiert und stufenweise“ vorgegangen. „Glücklicherweise konnte die Patientin bereits am Morgen wieder aufgefunden werden. Trotz ihres Sturzes wurde sie in der darauffolgenden Woche in gutem Zustand entlassen.“

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