© APA/dpa/Frank Rumpenhorst

Wo sind die Kopftücher?
11/12/2018

Wo sind die Kopftücher?

Ein SPÖ-Abgeordneter wollte nun genau wissen, wie viele Fälle von kopftuchtragenden Kindergarten-Kinder bekannt sind. Die Antwort brachte keinerlei Klarheit.

von Herbert Lackner

Für Vizekanzler Heinz-Christian Strache war die Angelegenheit klar: „Wir dürfen nicht zulassen, dass junge Mädchen stigmatisiert und schon im Kindergarten sexualisiert werden“, begründete er vergangenen Juli den Beschluss der Regierung, jede weitere Hilfe für den Ausbau der Kinderbetreuung in den Bundesländern mit einem Kopftuchverbot in den Kindergärten zu junktimieren. Die „Presse“ führte umgehend eine Online-Befragung durch; 80 Prozent der Teilnehmer sprachen sich für ein solches Kindergarten-Kopftuchverbot aus.

Kritiker, die angaben, sie hätten im Kindergarten noch nie ein Mädchen mit Kopftuch gesehen, wurden als Beschwichtiger abgetan. Der SPÖ-Abgeordnete Andreas Kollross wollte nun genau wissen, wie viele Fälle bekannt sind, und stellte entsprechende Anfragen an Familienministerin Juliane Bogner-Strauß und Bildungsminister Heinz Faßmann (beide ÖVP). Die jetzt eingetroffenen Antworten sind beinahe wortident, bringen aber keine Klarheit. Nach allgemeinen Erörterungen über Kindeswohl geben die beiden Regierungsmitglieder an, selbst über keine Zahlen zu verfügen: „Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine validen Daten vor.“ Alles nur Symbolpolitik?

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