„Wochenblick“ mit Verstrickungen zu FPÖ und rechtsextremer Szene

Die Identitäre Bewegung Österreich bei einer Demonstration am Samstag, 11. Juni 2016.

Die Identitäre Bewegung Österreich bei einer Demonstration am Samstag, 11. Juni 2016.

Das Blatt nennt seine Geldgeber nicht, engagiert einen Gründer der Identitären Bewegung

profil berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über Verstrickungen zwischen der FPÖ und der oberösterreichischen Zeitung „Wochenblick“, die im Frühjahr gegründet wurde und angeblich „unabhängig“ ist. Die Betreiber wollen zwar ihre Geldgeber nicht nennen, doch profil-Recherchen zeigen ein Naheverhältnis. Gleich mehrere Mitarbeiter waren oder sind bei der FPÖ aktiv, angefangen beim Geschäftsführer des Blatts, Norbert Geroldinger, bis 2010 freiheitlicher Parteiobmann im Brunnenthal.

Redakteur Walter Höferl kandidierte 2012 für die FPÖ Krems, sein Sohn Alexander leitet das freiheitliche Kommunikationsbüro. „Wochenblick“-Grafiker Mario Schaumberger war Landesgeschäftsführer des Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ) Oberösterreich, Redaktionskollegin Nicole Di Bernardo ist bis heute Bundes-Vizeobfrau des RFJ. Besonders pikant: Mit Johannes Schüller schreibt ein Vertreter der neurechten Szene für den „Wochenblick“. Schüller gilt als Mitbegründer der rechtsextremen Identitären Bewegung in Deutschland, in einem seiner Texte rief er dazu auf, sich nicht vom „Nazivorwurf“ zu distanzieren. Nur wer „selbstbewusst für Deutschland“ einstehe, gewinne „in den eigenen Kreisen an Achtung und Respekt“.

Die FPÖ ist auch dominanter Werbekunde beim „Wochenblick“: Neben der FPÖ Linz inserierten die freiheitlich regierte Stadt Wels und der RFJ Oberösterreich. Die Werbeeinschaltungen erklärt der RFJ-Landesgeschäftsführer gegenüber „profil“ damit, dass das Blatt der FPÖ „weltanschaulich nahe“ stehe.