Mussperfekt - Butlerausbildung in Wien

Freddie Frinton in "Dinner for one".

Freddie Frinton in "Dinner for one".

Was wären die TV-Serie "Downton Abbey“, der Silvester-Fixpunkt "Dinner for One“ oder die "Batman“-Filme ohne passendes Personal? Butler und Haushälterinnen dienen als Symbol traditionellen Klassendenkens. In der Realität spielen sie kaum noch eine Rolle - sollte man meinen.

Dennoch scheint es nach wie vor Bedarf an Personal nach dem Vorbild englischer Adelshäuser zu geben: "Missperfect“, ein "Trainingsinstitut für Top-Haushaltskräfte“, schult und vermittelt Haushälterinnen und Butler. Dermaßen ausgebildete Fachkräfte hätten die Chance, "gut dotierte Beschäftigungsverhältnisse im gehobenen Ambiente exklusiver Privathaushalte“ zu erreichen, meint Missperfect-Geschäftsführer Markus Nepf.

Die Ansprüche an die Geschulten weichen bloß in noblen Details von den Aufgaben weniger gut bezahlter Kollegen ab: Küchenorganisation, Reinigung und Pflege "hochwertiger Materialien“, Eventorganisation, Betreuung weiterer Residenzen. Man kennt das schließlich auch von Rosamunde-Pilcher-Filmen.

Passenderweise spielt für die Arbeitgeber der Preis keine Rolle, vielmehr sind Qualitätsstandard des Hauspersonals und "Zugang zur heimischen Lebens- und Esskultur“ unverzichtbar. Immerhin 80 bis 100 Stellen für Butler in Österreich gibt es momentan, schätzt Nepf; für Haushälterinnen sähe es noch besser aus. Wenn das kein gutes Zeichen ist: Wenn auch die Staatskassen immer leerer werden, zumindest in manchen Haushalten ist die Welt noch in Ordnung.