Egisto Ott vor Gericht
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Erster Showdown im Ott-Prozess: Zwei Tage, 22 Zeugen

Heiße Phase im Prozess gegen den Ex-BVT-Beamten Egisto Ott wegen des Verdachts der Russland-Spionage: Diese Woche wurden die ersten Zeugen befragt. Die Staatsanwaltschaft legte neue Fotos vor, die Verteidigung ein unerwartetes Schreiben aus Dubai.

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Eigentlich war der Prozessstart bereits im Jänner, so richtig losgegangen ist das mit Spannung erwartete Gerichtsverfahren gegen den früheren BVT-Beamten Egisto Ott wegen des Verdachts der Russland-Spionage und anderer Vorwürfe aber diese Woche. An zwei Prozesstagen kamen die ersten Zeugen zu Wort – in einem regelrechten Parforce-Befragungs-Ritt wurden gleich 22 von ihnen durch Richter, Staatsanwälte, Verteidiger, Opfervertreter und durchaus engagierte Geschworene eingehend vernommen. Darunter ein ehemaliger Vize-Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), der sich mit Ott einen regelrechten Showdown lieferte.

Doch das war noch längst nicht alles. Die Staatsanwaltschaft präsentierte neue Fotos, die aus ihrer Sicht die Vorwürfe gegen Egisto Ott erhärten sollen. Dessen Verteidigung wiederum legte völlig überraschend ein Schreiben aus Dubai vor, das die Verteidigungslinie des angeklagten Ex-BVTlers bestätigen soll. Es stammt von einem ehemaligen Vorgesetzten Otts, der selbst ebenfalls unter Spionageverdacht steht und wohl nur deshalb nicht vor Gericht ist, weil er sich rechtzeitig in die Arabischen Emirate abgesetzt hat. Ott hat sämtliche Vorwürfe immer bestritten. Es gilt in vollem Umfang die Unschuldsvermutung.

Ex-BVT-Vizechef im Zeugenstand

Von den ersten – fast zwei Dutzend – Zeugen war er wohl mit der größten Spannung erwartet worden: ein ehemaliger stellvertretender Direktor des BVT, den Ott beim Prozessbeginn im Jänner zum Dreh- und Angelpunkt seiner Verteidigung gemacht hat – jedenfalls, was einen gewichtigen Teil der Russland-Vorwürfe betrifft.

Stefan Melichar

Stefan Melichar

ist Chefreporter bei profil. Der Investigativ- und Wirtschaftsjournalist ist Mitglied beim International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ). 2022 wurde er mit dem Prälat-Leopold-Ungar-Journalist*innenpreis ausgezeichnet.