Mekka erwartet rund zwei Millionen Pilger zur Hadsch

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Mekka erwartet rund zwei Millionen Pilger zur Hadsch

Heute, am 30. August, beginnt der diesjährige Hadsch, die Pilgerfahrt gläubiger Muslime nach Mekka in Saudi-Arabien, die eine der fünf Säulen des Islam darstellt. Auch dieses Jahr ist die Pilgerfahrt von politischen Spannungen überschattet.

Der Koran bezeichnet die Pilgerfahrt für jeden Muslim, der die finanzielle und gesundheitliche Möglichkeit dazu hat, als religiöse Pflicht. Mittlerweile nehmen jährlich über zwei Millionen Gläubige am Hadsch teil. Seit Jahren wird die Wallfahrt jedoch von politischen Spannungen überschattet.

Der Hadsch kann nur an bestimmten Tagen im Jahr vollzogen werden, nämlich zwischen 8. und 13. des islamischen Monats Dhu I-Hijjah (Hiddscha). Aufgrund des islamischen Mondkalenders verschiebt sich das Fest im Sonnenkalender und findet immer wieder in anderen Jahreszeiten statt.

2015 war während des Hadsch in Mekka eine Massenpanik ausgebrochen, bei der rund 2.300 Menschen starben. Da der Iran, Erzfeind Saudi-Arabiens, die meisten ausländischen Todesopfer zu beklagen hatte, forderte das damalige geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei von Saudi-Arabien eine Entschuldigung, da das wahhabitische Königreich für die Organisation der Pilgerfahrt zuständig ist.

Das bereits angespannte Verhältnis zwischen dem wahhabitischen Saudi-Arabien und dem schiitischen Iran verschlechterte sich weiter: Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im Jänner 2016 durch Riad fanden gewaltsame Proteste vor der Botschaft Saudi-Arabiens in Teheran statt, woraufhin das Königreich die diplomatischen Beziehungen abbrach. Die Krise gipfelte darin, dass iranische Muslime 2016 das erste Mal seit drei Jahrzehnten vom Hadsch ausgeschlossen wurden, da sich Iran und Saudi-Arabien nicht auf die Bedingungen der Teilnahme einigen konnten.

Selbst wenn heuer wieder iranische Pilger zur Hadsch zugelassen sind, wird die diesjährige Pilgerreise abermals von internationalen Spannungen überschattet. Saudi-Arabien wirft dem kleinen Emirat Katar vor, Terroristen zu unterstützen und hatte zusammen mit seinen Verbündeten Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain Anfang Juni die diplomatischen Beziehungen eingeschränkt, ein Embargo errichtet und ein Ultimatum an das Land gestellt.

Saudi-Arabien hat katarischen Pilgern jedoch die Einreise zur Wallfahrt gestattet. Katar wirft dem Königreich aber Behinderungen der Wallfahrer vor und hat laut eigenen Angaben eine Beschwerde bei der UNO eingereicht.

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