Über Social Media-Kanäle wie Facebook finden Fake News oft Verbreitung

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Ausland

Fake News: Nichts als die Wahrheit

Fake News, Propaganda, Gerüchte, Zeitungsenten, Desinformation und Lügenpresse.

Kurz vor Jahreswechsel gaben auch ÖVP und SPÖ bekannt, sich im neuen Jahr mit dem Kampf um richtige und falsche Informationen auseinandersetzen zu wollen. Was sie genau planen, ist noch nicht bekannt. Ein paar mögliche Ansätze aus Europa:

EU

Die Mitgliedsländer beschlossen bereits im Frühjahr 2015, gegen "Russlands andauernde Desinformationskampagne" vorzugehen. Herausgekommen ist das beim diplomatischen EU-Corps angesiedelte "East StratCom Team". Eine neunköpfige Kernmannschaft soll die EU betreffende Falschnachrichten identifizieren, bloßstellen und ihnen mit Fakten entgegnen. Dazu kommen Freelancer und Freiwillige aus etlichen europäischen Ländern. Das "East StratCom Team" beschränkt sich auf russische Quellen und Falschnachrichten. Innereuropäische Polit-Kampagnen mit falschen Fakten zur EU - wie sie zum Beispiel rund um den Brexit aufgetreten sind - bearbeitet es nicht.

Tschechien

Am 1. Jänner begann "Das Zentrum gegen Terrorismus und hybride Bedrohung (CTHH)" seine Arbeit. Es ist beim tschechischen Innenministerium angesiedelt und soll zwischen 20 und 30 Mitarbeiter beschäftigen. Deren Aufgabe: Sie sollen vor allem Desinformationen entgegnen, hinter denen ein russischer Ursprung vermutet wird - und zwar in Minutenschnelle. Im Herbst wird in Tschechien ein neues Parlament gewählt, schon jetzt wollen die Behörden rund 40 Websites identifziert haben, die russische Falschnachrichten verbreiten.

Deutschland

Auch das deutsche Innenministerium plant laut "Spiegel" ein "Abwehrzentrum gegen Desinformation". Selbst die Kanzlerin hatte im vergangenen Jahr gewarnt, dass russische Propagandisten und Hacker versuchen könnten, die deutschen Bundestagswahlen im Herbst zu stören. Abseits staatlich beauftragter "Konter- Propaganda- Beamter" beschäftigen sich im deutschsprachigen Raum schon länger private Websites wie Hoaxmap oder Mimikama mit Gerüchten.

Italien

Hier hat der professionelle Clown und nunmehrige Oppositionspolitiker Beppe Grillo vergangene Woche eine eigene Wahrheitskommission gefordert. Sie soll aus zufällig ausgewählten Bürgern bestehen, die Nachrichten auf "transparente Weise" auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen sollen. Dabei sorgt sich der Chef der M5S-Bewegung weniger vor Fake-News-Sites oder russischer Propaganda als vor den italienischen Medien, denen er vorwirft, seine politische Bewegung systematisch zu verleumden.

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  • Di., 10. Jan.. 2017 17:43

    bald wird auf das abhören von feindsendern strafe stehen. hatten wir das nicht schon einmal? :)
    tatsächlich stammen die meisten 'fake-news' aus US/EU-quellen (z.b. der berüchtigte info-dienst zu syrien: ein postfach in london!). die von (russischen?) hackern bei wikileaks publizierten 'podesta-mails' der mrs. clinton waren ja keine fake-news, sondern leider echt... ein glück, dass es putin gibt!

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