"Tiefer Hass"
Ausland

"Tiefer Hass": Stimmen zum Sieg von Donald Trump

Für viele überraschend wurde Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Experten, Kunstschaffende und Hillary-Unterstützer reagieren geschockt. Eine Auswahl.

Fassungslosigkeit herrscht bei der Clinton-Wahlparty in New York. Das vorherrschende Gefühl bei den Clinton-Anhängern ist mehr Schock als Wut. "Wir wussten, dass es eng werden würde, aber nicht so eng", sagt die 22-jährige Evynn Stengel. "Ich habe den Eindruck, dass wir in New York in einer Blase leben, Trump zu wählen ist für mich irrwitzig." So weit entfernt sind die Demokraten im liberalen New York von jenem Amerika, das sich bei der Wahl gegen das Establishment in Washington gewandt hat, gegen die Obamas und Clintons.

Peinlich", "furchteinflößend": Zahlreiche Prominente haben entsetzt auf Donald Trumps gutes Abschneiden bei der US-Wahl reagiert. "Was für ein Land, wie peinlich, was für ein Land", schrieb der mexikanische Hollywoodstar Gael Garcia Bernal in der Nacht zum Mittwoch auf Twitter.

Sängerin Cher fühlte sich gar an das Deutsche Reich erinnert: "So wie in Deutschland in den 30ern haben Ärger und Wut die USA erfasst." Schauspielerin Ariana Grande schrieb: "Das ist total furchteinflößend." TV-Sternchen Khloé Kardashian nannte den Verlauf der Wahl "Geschichte auf eine schlechte Weise". Der Brite James Corden verglich die Wahl mit dem Brexit-Votum in seiner Heimat.

Ein kleiner Vergleich mit "Zurück in die Zukunft"?

Unterstützung hatte Trump unter anderem von Wrestling-Ikone Hulk Hogan bekommen. "Ich bete für ein hoch erwünschtes Wunder heute Nacht", schrieb Hogan. Über ein anderes Wahlergebnis freute sich Rapper Snoop Dogg: "Wir haben in Kalifornien gerade Marihuana legalisiert." Dazu schrieb er als Hashtag: "Raucht jeden Tag Gras."

Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman ist entsetzt über Donald Trumps gutes Abschneiden bei der US-Wahl. "Ich dachte wirklich, ich kenne mein Land besser als es sich nun zeigt", schrieb der 63-Jährige am frühen Mittwoch auf Twitter. "Ich habe gewarnt, dass wir ein "failed state" werden könnten, aber ich habe nicht (...) den tiefen Hass in einem großen Teil der Bevölkerung erkannt."

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