Die Stunde der Irren
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Die Stunde der Irren

Die jüngsten Anschläge haben immer weniger mit dem Islam und immer mehr mit psychischer Krankheit zu tun.

"Wegen euch bin ich gemobbt worden. Jetzt musste ich eine Waffe kaufen, um euch alle abzuknallen. Ich war in stationärer Behandlung." Das ist die Quintessenz des Gespräches, das jener 18 jährige Deutsch-Iraner, der nach menschlichem Ermessen in München zehn Menschen und dann sich selbst erschoss, mit einem Mann führte, der ihn vom Schießen abhalten wollte.

Ein psychisch offenkundig Schwerkranker vermochte eine Millionenstadt für Stunden lahm zu legen - uns es wird nicht die letzte Stadt sein.

Nach allem, was bisher bekannt ist, hat diese Tat überhaupt nichts mit dem Islam zu tun. Und selbst wenn sich herausstellen sollte, dass auch dieser Täter irgendwann ein Video des IS angeschaut hat, wäre der Zusammenhang ein sekundärer.

Hier brechen sich Aggressionen Bahn, die höchstens am Rande mit Religion wohl aber mit den verschiedensten psychischen Störungen verbunden sind.

Entscheidend ist die psychische Erkrankung.

Ich würde behaupten, dass das in Wirklichkeit auch für die Amokfahrt von Nizza, die Axt-Attacke in Würzburg, ja für meisten der jüngsten Anschläge gilt. Hier brechen sich Aggressionen Bahn, die höchstens am Rande mit Religion wohl aber mit den verschiedensten psychischen Störungen verbunden sind und sich nach innen wie nach außen richten: sie lassen den Täter zuerst andere umbringen und mit ziemlicher Sicherheit selbst den Tod finden.

Der Islam kann dazu insofern einen Beitrag leisten, als er dem Kranken die Chance einräumt, seiner Tat einen höheren Sinn zu unterstellen und die Krankheit damit vor sich selbst zu leugnen.

Einen wesentlichen Einfluss auf die Begehung der Tat hat hingegen die Aufmerksamkeit, die sie in der Öffentlichkeit erregt: Die Geltungssucht des Täters ist zweifellos bei allen Anschlägen ein zentrales Motiv - er will endlich die Aufmerksamkeit erringen, die ihm vermutlich die meiste Zeit seines Lebens versagt blieb.

Man könnte die Zahl der Attentate - sogar der Attentate, die einen klar islamistischen Hintergrund haben- mit Sicherheit erheblich reduzieren, wenn die Zeitungen und vor allem die Fernseh-Stationen die Berichterstattung darüber auf ein Minimum beschränkten. Stattdessen gab München ein Beispiel dafür ab, wie Journalisten und "Experten" sechs Stunden lang pure Mutmaßungen wiederkäuen können. Wenn ich bisher dachte, dass Sportreporter die dümmsten denkbaren Fragen stellen, so revidiere ich dieses Urteil - Lokalreporter und politische Journalisten stehen ihnen um nichts nach.

Mehr Lärm um weniger substantielle Information dürfte selten gemacht worden sein. Ich bewundere die Sprecher der Polizei, die ob so vieler blöder Fragen die Ruhe behielten und sich Spekulationen versagten.


In den Medien intensiv berichtete Anschläge oder Amokläufe begünstigen Nachahmungstaten.

Welche Vermutungen bezüglich der immer zahlreicheren Anschläge lassen sich durch längerfristige Beobachtungen wirklicher Experten - Psychologen, Psychiater und Soziologen - seriös begründen?

o Psychische Krankheiten - von der Depression über das Borderline-Syndrom bis zur Psychose- können mit intensiven aggressiven Ausbrüchen verbunden sein. Im Extremfall fliegt man ein Verkehrsflugzeug gegen eine Bergwand. (Das heißt in keiner Weise, dass jeder psychisch Kranke gefährlich ist - aber unter Hunderttausenden psychisch Kranken gibt es zwangsläufig auch einige Gemeingefährliche.)

o In den Medien intensiv berichtete Anschläge oder Amokläufe begünstigen Nachahmungstaten. Die Täter können darauf bauen, dass ihre Geltungssucht ähnlich eindrucksvoll befriedigt wird.

o Unter Personen mit Migrationshintergrund finden sich vermutlich etwas mehr psychisch gestörte gemeingefährliche Kranke. Zum einen weil Entwurzelung psychische Störungen natürlich begünstigt - zum anderen weil Migranten öfter mit offener oder unterschwelliger Ablehnung durch ihre Umgebung konfrontiert sind.

o Allen Tätern ist ein mäßig erfolgreiches Vorleben gemein. Das hat wohl abermals mit ihrer psychischen Störung und einmal mehr mit ihrem Migrationshintergrund zu tun: Für einen bereits in Frankreich oder In Deutschland geborenen Algerier, Afghanen, oder Iraner ist es besonders schwer zu begreifen, dass er dennoch mit leiser Diskriminierung - im Extremfall mit Mobbing- konfrontiert ist. Die Diskriminierung verschärft den Minderwertigkeitskomplex mit dem seine Erkrankung vermutlich sowieso einhergeht.

o Eine religiöse Verschränkung oder auch nur Verbrämung kann die Tat erleichtern, indem sie die Krankheit vor dem Kranken und gegenüber seiner Umgebung kaschiert.

o Man sollte wahrscheinlich eingehendere Untersuchungen darüber anstellen, wie weit Computerspiele, bei denen eine große Zahl von Gegnern durch rasches Schießen blitzartig beseitigt wird, Schießhemmungen beseitigt.

o Und sicher ist es gut, den Verkauf von Waffen maximal zu kontrollieren.

Von der Polizei zu erwarten, dass sie Vorkehrungen gegen diese Art von Anschlägen zu treffen vermag, ist hingegen restlos absurd. Allenfalls kann verbesserte psychische Hygiene - durch die Finanzierung einer größeren Zahl von Psychotherapeuten, Familienbetreuern, Sozialarbeitern usw. - die Häufigkeit derartiger Taten langfristig etwas eindämmen.

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  • Michael Mosler
    Michael Mosler Mi, 03. Aug. 2016 15:14

    Herr Lingens ist Journalist - kein Psychologe oder Psychiater! Als Psychologe bitte ich, diesen Umstand zu berücksichtigen. Was Herr Lingens als Autor dieses Artikels schreibt, ist seine persönliche Meinung. Darauf hat er sein gutes Recht. Mit psychologischer Forschung bzw. dem Wissen um psychische Erkrankungen und der Analyse und Erstellung von Täterprofilen, hat das rein gar nichts zu tun!

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  • Markus Egger
    Markus Egger So, 24. Jul. 2016 17:22

    http://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-2012/oeaez-1314-15072012/computerspiele-sie-wirken-aber-wie.html

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  • Manfred Felbinger (felbi) Sa, 23. Jul. 2016 22:49

    @Wolf:

    "Die Stunde der Irren" - Ihre Postings passen perfekt zum Artikel!

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  • Sa, 23. Jul. 2016 15:23

    Wie waers mit: Illegaler und hoechst strafbarer unterschwelliger und offener Ablehung durch die Psychologie, die auf fundamentalen Werten beruht und angeschlossenen Wertesystemen, sowie massiver Justizkorruption? Odder waere das Antisozial den Natzireportern der Profil gegenueber, wenn der Urlaub mit dem Bundespraesidenten am Gardasee (auf Migrantenkosten, denn die verdienen was ihr ausgebt).

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    • Sa, 23. Jul. 2016 15:24

      Das ist nationalsozialistisch nicht natzionalsozialistisch.

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    • Sa, 23. Jul. 2016 15:26

      Beispielsweise reichts nicht aus sich die Integration und die Akzeptanz westlicher Werte zu wuenschen und die Opfer ins Gehirn ficken zu lassen vom Jungrichter nach 2 h anstehen, weil der erstens zu faul und korrupt ist zu schreiben udn zweitens zuzuhoeren und zu lesen samt seiner Vorgesetzten.

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    • Sa, 23. Jul. 2016 15:37

      Man muss jedoch zugegeben, dass wenn man das Gefuehl vieler Tode gemischt mit der Funkigkeit des Orient hat und das Messer virtuell dabei hat sofort die Parkwaechter auf einen zukommen und sich zur Verfuegung stellen, was deren hingebungsvolle Aufgabe ist. Also die Tiefe der gesellschaftlichen Stoerung kann wohl kein Artikel aufloesen.

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    • Karin Ruthner
      Karin Ruthner Sa, 23. Jul. 2016 19:33

      Was bedeutet dieser fehlerhafte Text?

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