Eisbär Ranzo im Tiergarten Schönbrunn

Eisbär Ranzo im Tiergarten Schönbrunn

Gesellschaft

Alltagsgeschichte: Wie die Tiere

Tiergarten Schönbrunn, ein Samstag im Juni. Dank drohender Gewitterwolken fährt die Familie doch lieber in den Zoo und nicht gemütlich an die Alte Donau. Und schon steht man mitten drin im Gewimmel: weinende Kinder, kreischende Eltern und Tiere, die sich gekonnt verstecken. Schnell ist klar: Spaß wird das keiner. Im Regenwaldhaus, durch das sich bereits am Vormittag eine Karawane schiebt, kommt es dann zu einem ersten Showdown um die besten Schnappschüsse: Ältere Herren mit überdimensionalen Teleobjektiven quetschen sich an mit Smartphones bewaffneten Teenagern vorbei, während die Pflegerinnen sich nicht mehr sicher sind, ob sie sich zuerst um Mensch oder Tier kümmern sollen.

Bei den meisten Familien hilft bereits zu Mittag nur noch ein Friedensgespräch zwischen Eis- und Würstelstand (quasi entmilitarisierte Zone). „Schau, die Tiere machen es richtig“, sagt eine Frau zu ihrer Tochter. Die Eisbären kühlen sich im Wasserbecken im „Franz Josef Land“ ab, die Flusspferde strecken maximal die Ohren aus dem Wasser und Herr und Frau Löwe gönnen sich ein schönes Stück Fleisch im Schatten. Die Rentiere, in einem etwas abseits gelegenen Gehege beheimatet, scheint der ganze Trubel sowieso nichts anzugehen. Die Tiere zelebrieren stoische Gelassenheit, während man sich immer wieder fragt, wer hier eigentlich wen beobachtet.

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