Der Kuss, 1908/09

Der Kuss, 1908/09

Kultur

1918/2018: Gedenkjahr von Klimt und Schiele

2018 feiert Wien die Moderne. Vor 100 Jahren starben vier ihrer wichtigsten Protagonisten: Gustav Klimt, Egon Schiele, Otto Wagner und Koloman Moser. Anlässlich der 100. Todestage der vier Künstler gibt es zahlreiche Ausstellungen in Wien. Hier ein Überblick der wichtigsten Ausstellungen.

1918 ist nicht nur das Geburtsjahr der Republik, sondern auch das Todesjahr von vier der bedeutendsten Künstler der Wiener Moderne: Die Maler Gustav Klimt und Egon Schiele, der Architekt Otto Wagner und der Universalkünstler Koloman Moser prägten nachhaltig eine Epoche, die mit dem Ersten Weltkrieg zu Ende ging. Zahlreiche Ausstellungen widmen sich 2018 ihren Werken und dem Zeitgeist um 1900.

Mit dem Tod von Gustav Klimt am 6. Februar und Egon Schiele am 31. Oktober 1918 ging eine der prägendsten heimischen Kunstepochen zu Ende. In zahlreichen Museen werden die beiden Proponenten der Wiener Moderne heuer gewürdigt, die größten Ausstellungen finden sich im Belvedere mit seinen großen Klimt-Beständen sowie im Leopold Museum.

Gustav Klimt

Egon Schiele

Sammelausstellungen

Otto Wagner

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Gustav Klimt

Größte Sammlung an Ölgemälden

Das Belvedere besitzt mit 24 Arbeiten die weltweit größte Sammlung an Ölgemälden von Gustav Klimt, darunter die beiden Meisterwerke seiner Goldenen Periode Kuss und Judith. Außerdem sind die bedeutenden Porträts von Sonja Knips, Fritza Riedler oder Johanna Staude Teil der einzigartigen Sammlung sowie viele Landschaftsbilder und allegorische Darstellungen.

Wo: Oberes Belvedere
Wann: Dauerhaft

Der Kuss, 1908/09

Der Kuss, 1908/09

Judith I

Judith I

Klimt ist nicht das Ende. Aufbruch in Mitteleuropa

Das Ende des Ersten Weltkrieges und der Tod von Klimt, Schiele, Wagner und Moser werden oft als Ende einer Epoche, einer künstlerischen Blütezeit, intepretiert. Die Ausstellung zeigt, welche Änderungen dieser gravierende historische Einschnitt nach sich zog. Gezeigt werden rund 80 Werke, u. a. von Klimt, Schiele, Kokoschka, Moser und Egger-Lienz.

Wo: Unteres Belvedere
Wann: 23.3.-26.8.2018

GUSTAV KLIMT

Der Protagonist der Wiener Moderne wird mit dieser Ausstellung zum 100. Todestag gewürdigt. Seine umstrittenen, in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 zerstörten, allegorischen Fakultätsbilder galten als Paradigmenwechsel und als Credo einer neuen, thematischen und formalen Auffassung des Fin de Siècle: Geist und Materie, Natur und Kunst wie Eros und Thanatos stellen das Programm seines Schaffens kongenial dar.

NOCH ANSCHAUEN Im Leopold Museum führen die Kuratorinnen Heike Eipeldauer und Sandra Tretter in der großen "Gustav Klimt"-Ausstellung des Hauses (22. Juni bis 4. November) Bestände des Leopold Museums und der Privatsammlung der Familie Leopold, Sammlungsexponate der Klimt-Foundation, Werke einer neuen, dem Museum überantworteten Dauerleihgabe eines Klimt-Nachfahren sowie ausgewählte internationale Leihgaben aus privaten und institutionellen Sammlungen zusammen.

Die Braut, 1917/18 (unvollendet)

Die Braut, 1917/18 (unvollendet)

Wo: Leopold Museum
Wann: 22.06.2018 bis 04.11.2018

Beethovenfries in der Secession

Gustav Klimt gestaltete den berühmten Beethovenfries für die XIV. Ausstellung der Vereinigung Bildender KünstlerInnen Österreichs Secession, die vom 15. April bis 27. Juni 1902 stattfand. Der Beethovenfries zählt heute zu den Hauptwerken Klimts und gilt als einer der Höhepunkte des Wiener Jugendstils.

Wo: Wiener Secession
Wann: Dauerhaft

Beethovenfries

Beethovenfries

Beethovenfries

Beethovenfries

WIEN UM 1900. Klimt – Moser – Gerstl – Kokoschka

Anlässlich des Themenjahres zur Wiener Moderne präsentiert das Leopoldmuseum ausgewählte Werke der Hauptvertreter des Wiener Jugendstils Gustav Klimt (1862–1918) und Koloman Moser (1868–1918) sowie der Expressionisten Richard Gerstl (1883–1908) und Oskar Kokoschka (1868–1980) in einer neuen Zusammenstellung. Hauptwerke Gustav Klimts wie Tod und Leben (1911/15) oder die 1900 entstandene Seelandschaft Am Attersee sind ebenso zu sehen wie Kolo Mosers Gemälde, so etwa die Venus in der Grotte (1914).

Wo: Leopold Museum
Wann: 18.01.2018 bis 10.06.2018

1918 – KLIMT · MOSER · SCHIELE

Die Ausstellung gewährt neue Einblicke in die Sammlungen von LENTOS, NORDICO und Oberösterreichischem Landesmuseum und deren wissenschaftliche Erforschung. Rund 75 Meisterwerke der Grafik und Malerei von Klimt, Schiele und Moser werden unter verschiedenen Aspekten beleuchtet.

Wo: Lentos Kunstmuseum Linz
Wann: 16.01.2018 bis 21.05.2018

Feststiegen des Burgtheaters

Die Feststiegen des Burgtheaters beherbergen die bedeutenden Deckengemälde, die Gustav Klimt gemeinsam mit seinem Bruder Ernst und Franz Matsch im Rahmen der gemeinsamen »Künstlerkompanie« verwirklichte. Das Frühwerk (1887) des berühmten Künstlers zeigt auch sein einziges Selbstporträt.

 Burgtheater: Feststiege Landtmannseite

Burgtheater: Feststiege Landtmannseite

„Thespiskarren“ | Deckengemälde, 1886-87| Feststiege Volksgartenseite, Burgtheater Wien

„Thespiskarren“ | Deckengemälde, 1886-87| Feststiege Volksgartenseite, Burgtheater Wien

Stairway to Klimt

Das Kunsthistorische Museum zeigt unter dem Titel "Stairway to Klimt" Klimts Gemälde "Nuda Veritas" in der Antikensammlung und errichtet im Stiegenhaus wieder die "Klimt-Brücke", die den besten Blick auf den vom Maler gestalteten Bilderzyklus an der Decke bietet.

Wo: Kunsthistorisches Museum
Wann: 13.02.2018 bis 02.09.2018

Klimt's Magic Garden. A Virtual Reality Experience

Das MAK rückt einen Höhepunkt seiner Sammlung, Klimts Entwürfe für den Mosaikfries im Speisesaal des Brüssler Palais Stoclet, in den Fokus: "Klimt's Magic Garden" ist ein Virtual-Reality-Experiment des Künstler und Filmemacher Frederick Baker, inspiriert von Klimts Meisterwerken "Erwartung" und "Erfüllung".

Wo: MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst
Wann: 7.2.-22.4.2018

Die Klimt-Villa, Klimts langjähriges Atelier seiner letzten Schaffensperiode im 13. Wiener Gemeindebezirk, wurde anlässlich des 100. Todestages anhand zeitgenössischer Beschreibungen und Fotos des Fotografen Moritz Nähr detailgetreu nachgebaut und wird während des ganzes kommenden Jahres zu besichtigen sein.

Wo: Klimt-Villa
Wann: Dauerhaft

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Egon Schiele

Das Leopold Museum beherbergt mit über 40 Gemälden und rund 180 Arbeiten auf Papier die größte und Schiele-Sammlung der Welt, die Ausstellung ist dauerhaft im Museum.

Tod und Leben, 1910/11, umgearbeitet 1915/16

Tod und Leben, 1910/11, umgearbeitet 1915/16

EGON SCHIELE. Die Jubiläumsschau

Das Leopold Museum widmet dem Künstler eine Jubiläumsschau. Einzigartig durch die Kombination von Gemälden, Papierarbeiten und zahlreichen Archivalien präsentiert die Ausstellung die wichtigsten Themen im Schaffen des Künstlers.

Wo: Leopold Museum
Wann: 03.03.2018 bis 04.11.2018

Bildnis Wally Neuzil, 1912

Bildnis Wally Neuzil, 1912

EGON SCHIELE, Sitzender Männerakt (Selbstdarstellung), 1910

EGON SCHIELE, Sitzender Männerakt (Selbstdarstellung), 1910

Egon Schiele – Wege einer Sammlung

Die Ausstellung setzt sich mit jedem Werk der Schiele-Sammlung des Belvederes auseinander und behandelt Aspekte wie Erwerbung, Motiv und porträtierte Person. Außerdem werden die Gemälde mit einzelnen Vorstudien oder verwandten Werken konfrontiert.

Wo: Orangerie (Unteres Belvedere)
Wann: 19.10.2018-17.2.2019

SCHIELE – BRUS – PALME

Egon Schiele (1890–1918), Günter Brus (* 1938) und Thomas Palme (* 1967) – Enfant terribles ihrer jeweiligen Generation – erweiterten mit ihren Arbeiten den herkömmlichen Kunstbegriff. Schieles schonungslose Beschäftigung mit dem Individuum, mit dem Selbst, war der notwendig verstörende Auftakt für das von zwei Weltkriegen erschütterte 20. Jahrhundert.

Wo: Leopold Museum
Wann: 03.03.2018 bis 11.06.2018

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Die Albertina schickt "Klimt und Schiele" gemeinsam ins Ausland: ab 25. Februar ins Museum for ART Boston und danach ab 3. November in die Royal Academy London.

Otto Wagner

Das Wien Museum steht von 15. März bis 7. Oktober ganz im Zeichen von "Otto Wagner", etwa zeitgleich (von 30. Mai bis 30. September) untersucht das MAK in "Post Otto Wagner - Von der Postsparkasse zur Postmoderne" die Wirkung des erfolgreichen Architekten auf die nachfolgenden Generationen. Mosers umfassendes Werk stellt das MAK ab 19. Dezember 2018 in den Mittelpunkt.

Quellen: Leopold Museum, Belvedere, Secession, Kunsthistorisches Museum, MAK und Lentos Kunstmuseum Linz

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