Hannah Hoekstra und Joself Hader in "Arthur & Claire"

Hannah Hoekstra und Joself Hader in "Arthur & Claire"

Kultur

Heitere Trübsal

Ein Feelgood-Movie über das Sterben: Josef Hader spielt in „Arthur & Claire“ einen Todkranken. Man sieht ihm trotz stereotyper Inszenierung gern dabei zu.

Ein Film, in dem Österreichs einziger lebender Filmstar (Christoph Waltz haben wir ja an Hollywood verloren) schmerzlos sterben will, darf naturgemäß mit einiger Aufmerksamkeit rechnen, auch wenn die Story vom Reißbrett der modernen Kino-Tragikomödie stammt: Josef Hader gestaltet seine Rolle eines im Endstadium krebskranken Österreichers, der nach Amsterdam reist, um sich dort eine Giftspritze verpassen zu lassen, erneut so, dass man ihm alles glaubt – die Desillusionierung, die Melancholie, den Galgenhumor. An seinem letzten Abend im Luxushotel trifft er auf eine Gleichgesinnte: eine depressive junge Frau (Hannah Hoekstra), die sich ebenfalls das Leben nehmen will. Sie verbringen zusammen eine Nacht, lassen sich von Lokal zu Lokal treiben – und vertrauen einander ihre Innenperspektiven an. Mit absehbaren Ergebnissen.

Man bleibt an „Arthur & Claire“, entstanden auf Basis eines Stücks des Vorarlberger Kabarettisten und Dramatikers Stefan Vögel, dennoch dran, weil das darstellende Duo sympathisch agiert und der Film unterhaltsam vor sich hin plätschert; Haders Beteiligung am Drehbuch kommt dem sanften Wortwitz mancher Szene entgegen. Der deutsche Regisseur Miguel Alexandre, dem man die Fernsehroutine anmerkt, hantiert jedoch allzu freigiebig mit Plot- und Rollenklischees, verteilt die Karten zwischen Gefühl (Claire) und Verstand (Arthur) leider viel zu übersichtlich.

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