Old man look at my life. Neil Young, 2015

Old man look at my life. Neil Young, 2015

Kultur

Der Bienenmann: Neil Young veröffentlicht "Earth"

Gegen Trump, für die Erde. Auf seinem Album „Earth“ singt Neil Young mit Tierstimmen für eine bessere Welt.

Es gibt genug guter Gründe, Neil Young zu lieben. Sein schrulliges Faible für Oldtimer, der Kampf gegen Großkonzerne wie Monsanto und Starbucks, das Engagement für die kalifornische "Bridge School", die es sprach- und körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen ermöglicht, ein normales Leben zu führen. Aus musikalischer Sicht ist vor allem Youngs Sturheit und Kompromisslosigkeit der Treibstoff seiner anhaltenden Kreativität. Die siebzigjährige Rocklegende wird auch nach über 30 Alben nicht müde, sich an Politik, Popmusik und seiner Umwelt abzuarbeiten. Young lebt den Widerstand wie kaum ein zweiter. Auf „Earth“, seinem neuesten (Live-)Album, mischt er mit seiner aktuellen Begleitband Promise of the Real live gesungene Songs mit Tierstimmen von Insekten, Amphibien, Vögeln, Kriech- und Säugetieren zu einem wütenden Manifest. Denn eines, was Young über die Jahre noch wichtiger wurde, als über love and peace zu singen, ist sich den großen Fragen der Erde anzunehmen. Was pflanzen wir an? Was essen unsere Kinder? Wie können wir unseren Bauern helfen? Wie geht es mit der Erderwärmung weiter? So scheint es, dass gerade Neil Young, der ewige Störenfried, aus seiner aktuellen Mission eine gewisse Gelassenheit entwickelt hat.

Unbeirrt

Young scheint es nicht mehr zu stören, dass gerade Donald Trump seine Freiheitshymne „Keep on rockin’ in the free World“ für eine Wahlkampfkampagne missbraucht. Immerhin sind die Vereinigten Staaten noch immer ein freies Land – und ein Protestsong noch immer ein Protestsong, auch wenn er von einem durchgeknallten republikanischen Präsidentschaftskandidaten verwendet wird. Der Wahlkalifornier, so ließ er zuletzt ausrichten, werde einfach das Land verlassen und wieder zurück in seine Heimat Kanada ziehen, sollte Trump doch noch ins Weiße Haus einziehen. Solang das nicht passiert, wird Young weiter unbeirrt seinen Weg gehen.

Live kann man sich davon am 23. Juli – inmitten von Blumen und Getier – auf der Burg Clam überzeugen.

Neil Young: Earth (Warner)

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