Austra und La Sabotage
Kultur

Neue Alben: Austra und La Sabotage

Die Lage des Landes: profil unerhört bespricht die wichtigsten Alben der Woche.

Austra: Future Politics (Domino)

Es geht um Politik, die Zukunft des Landes und gute Popmusik. Vielleicht ist es nur ein Zufall, dass das neue Album des kanadischen Elektropop-Trios Austra mit der unerhörten Inauguration von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten zusammenfällt. Auch für die Nachbarn im nahen Toronto ist die Wahl natürlich ein Albtraum. Das neueste Werk von Sängerin Katie Stelmanis setzt die Zeichen auf Sturm. Mit unterkühlter Stimme ruft sie zum Aufstand gegen das herrschende Patriachat und einen ausufernden Neoliberalismus. Was sie von The Donald hält, kann man sich ohnehin denken. Dass die auf Synthiepop basierende Revolution von „Future Politics“ manchmal besser, manchmal weniger gut funktioniert, ist der manchmal unkonkreten musikalischen Umsetzung geschuldet. Minimal-Techno, Echokammer. Zu gleichförmig, zu spröde klingt das auf Albumlänge. Bei Austra steht 2017 klar die Botschaft im Vordergrund. Das ist gut und wichtig. (6.8/10) Ph. D.

La Sabotage: s/t (Fettkakao Records)

Manchmal geht es schnell: Beim Girls Rock Camp 2015 in Linz gegründet, im Sommer 2016 aufgenommen, veröffentlicht das Trio aus Oberösterreich nun seine erste 7" mit den Stücken Rabengasse und Mad. Dass die Platte auf dem Wiener Label Fettkakao erscheint, könnte man schon an den Liedertiteln erahnen, spätestens der Sound der drei Frauen lässt dann aber keinen Zweifel mehr aufkommen. Die Rabengasse in Wien ist nämlich geographisch und musikalisch nicht so weit weg vom Matzleinsdorfer Platz - und dieser wurde schon vor einigen Jahren durch die Fettkakao-Band "Plaided" auf Platte verewigt. Bei La Sabotage geht es mit Bass, Gitarre und Schlagzeug aber doch eine Spur rythmischer zu. Textlich wird hier das "Plaided"-Erbe gewohnt direkt, leicht Schulter zuckend, aber mit schlicht und einfach zutreffenden Alltagsweisheiten souverän fortgeführt. "There are many things that can make people mad. And there are many things that can make people sad." Und zwischen mad und sad lässt sich in Zukunft noch einiges erkunden. Bitte mehr davon! (6.6/10) S.W.

Konzerte:
25. Februar @Kapu, Linz w/ Gurr & Postman
4. März Albumrelease @ Rhiz, Wien NIL DESPERANDUM w/Stefanie Sourial
11. März @Stadtbahnbögen, Wien


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