Catastrophe and Cure

Catastrophe and Cure

Kultur

Neue Alben: Catastrophe & Cure, Die Regierung

Was wäre die Hamburger Schule ohne Die Regierung und Steyr ohne Catastrophe & Cure? Wir wollen es nicht wissen! profil unerhört bespricht die Alben der Woche.

Catastrophe & Cure: Blank Spots (Ink Music)

Hängt hier irgendwas schief? Die neuen Songs von Catastrophe & Cure klingen wie aus dem Rahmen gefallen; alles ein wenig schief, verzerrt und schleppend. Das darf man nicht falsch verstehen: Dieses entrückte Soundbild steht der sechsköpfigen Band aus dem oberösterreichischen Steyr überaus gut. Die neue EP „Blank Spots“ vereint minimalistische Arrangements mit einer DIY-Opulenz, die nie überladen klingt. Zwischen Indie-Spielereien und melancholischem Postpunk knarzt und kracht der Synthesizer, der Bass wummert dabei schön im Hintergrund. Mit dem wunderbaren Song „Tongue Tied“ wird man der Band bald die Konzerte einrennen.

Catastrophe & Cure - Debbie Debris

Die Regierung: Raus (Staatsakt)

Vier alte Hasen erzählen von früher. Dass Tilman Rossmy, Sänger der Hamburger-Schule-Pioniere Die Regierung, kommendes Jahr 60 Jahre alt wird, wird ihm ohnehin niemand glauben. Viel überraschender ist, dass 32 Jahre nach dem wegweisenden Postpunk-Album „Supermüll“ nun endlich das vierte Album veröffentlicht wird. Die Regierung ist aber ohnehin ein ewiger Sonderfall: Zwischen Tocotronic, Die Sterne und Blumfeld war nicht viel Platz für den schleppenden, etwas sperrigen Sprechgesang von Frontmann Rossmy, der mit dem Album „Unten“ die Neunziger maßgeblich mitgeprägt hat. „Die haben damals mehr Promo-CDs von uns verschickt als CDs verkauft“, sagt der studierte Physiker heute. Dass sich das mit „Raus“ nun ändern wird, darf man getrost erwarten: Die Regierung haben sich ein schönes Spätwerk auf den Leib geschrieben, mit dem sie sich ein letztes Mal ins Scheinwerferlicht stellen wollen.

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