App-Gestürzt: Digitales Amt
Österreich

App-Gestürzt: Digitales Amt

"Wendepunkt der österreichischen Verwaltung" oder doch ein Flop?

Stolz präsentierte die Regierung Mitte März die neue App "Digitales Amt", mit der Behördenwege online erledigt werden können, als "Wendepunkt der österreichischen Verwaltung". Kostenpunkt für die Entwicklung der App: rund 5,8 Millionen Euro. Im Praxistext fiel die App aber weitgehend durch.

Es gibt technische Probleme; für die Wohnsitzmeldung etwa ist offenbar nicht einmal eine Bestätigung des Eigentümers notwendig. Der NEOS-Abgeordnete Gerald Loacker konnte seinen Hauptwohnsitz problemlos am Stubenring 1 anmelden, der Adresse des Digitalisierungsministeriums. (Eine Aktion mit rechtlichen Konsequenzen: Die Burghauptmannschaft zeigte Loacker wegen einer "bewussten Falschmeldung" gemäß Meldegesetz vergangenen Freitag an. Es droht eine Geldstrafe von bis zu 726 Euro.)

(v.l.) Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ), Heinz-Christian Strache (FPÖ), Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP)

Die Onlinebewertungen der App sind bemerkenswert: Die User finden sie rundum misslungen - oder verdächtig großartig:

"Thumbs Up! Funktioniert einwandfrei!" ★★★★★ - "Geht nicht. Nur Fehlermeldungen." ★ - "Das hat bisher sehr wenig mit einer App zu tun." ★ - "Endlich!! Meine Zeit ist kostbar, deswegen bin ich sehr erfreut. ★★★★★- "Flop. Leider geht gar nix wirklich." ★ - "Gratulation! Die App bringt echt was!" ★★★★★- "Absolut überflüssig." ★ - "Erbärmlich schlecht." ★ - "Zukunftsweisend!!" ★★★★★

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  • Gottfried Wimmer (SKUES) Di., 02. Apr.. 2019 19:31

    Na ja.
    Wer nur ankündigt und Schnellschüsse abfeuert ist in organisatorischen Fragen natürlich ungeübt. Bin schon neugierig, wann die ersten gestohlenen Bürgerdaten im Internet auftauchen - das hat man dann vermutlich nicht voraussehen können und Einzelfälle sind es allemal.

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  • Gerhard Friedrich
    Gerhard Friedrich Di., 02. Apr.. 2019 18:44

    Es ist kein technisches Problem, dass keine Bestätigung des Vermieters notwendig ist, sondern das wurde per Gesetz so geregelt und die Neos waren dafür. Während auf Papier eine Unterschrift genügt, müssen in der App Name und Adresse des Vermieters angegeben werden. Ob man bewusst falsche Angaben auf Papier macht oder in der App (wo man mit Handy-Signatur eindeutig identifiziert ist) ist gleich!

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  • Lothar Lerch (ll1411)
    Lothar Lerch (ll1411) Di., 02. Apr.. 2019 10:22

    Da sind wir verglichen mit Deutschland ein Stück voraus aber Estland haben wir noch lange nicht erreicht.

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    • Sudel Feder (Sudelfeder) Di., 02. Apr.. 2019 13:44

      Qualitativ liegt die Husch-Pfusch-Lösung des Digitalen Amtes auf einer Höhe mit dem Salzamt.

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  • Harald SATTMANN (harrysatt) Di., 02. Apr.. 2019 08:47

    Habs auch gleich ausprobieren müssen. Einige Anläufe waren notwendig bis endlich die Wahlkarte bestellt war. Zuerst mal war meine Handysignatur abgelaufen. Muss man alle paar Jahre verlängern. Kann die App nichts für. Dann war das Problem mit der Authentifizierung. Hab einen Tag gewartet und plötzlich funktionierts ohne Probleme. Jetzt bin ich zufrieden. Ein gerüttelt Maß an Langmut schadet nicht.

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