Angelika Hager

Angelika Hager

Österreich

Aus der Redaktion

Angelika Hager tauchte in die Welt der Philosophie ein, während Gernot Bauer und Edith Meinhart die Vergangenheitsbewältigung der Österreicher thematisierten. Die Woche in der profil-Redaktion.

In der Titelgeschichte über die neue Konjunktur des vernunftgeleiteten Denkens zitiert Angelika Hager den berühmten deutschen Schnauzbartträger Friedrich Nietzsche: „Hat man sein Warum des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem Wie.“ Das Zitat stammt aus „Götzen-Dämmerung“ und geht übrigens so weiter: „Der Mensch strebt nicht nach Glück; nur der Engländer tut das.“ In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch Hagers Coverstory: Es geht um Witz und Wahrheit und die Erklärung der Welt. Die Philosophie ist vom Elfenbeinturm herabgestiegen, hat ihre Hermetik abgeschüttelt und reüssiert neuerdings als nüchtern-flockiges Vademecum für eine verwirrende Gegenwart. Denker füllen Festsäle, verfassen Bestseller, stehen in „Philosophischen Praxen“ als Gesprächspartner und Daseinsberater zur Verfügung. Wo es an Sinn mangelt, braucht man gute Argumente für den Unsinn. Dieser Satz stammt, soweit wir wissen, nicht von Nietzsche.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache schlägt neuerdings unerhörte Töne an. Mehrfach und mit scharfen Worten prangerte er in den vergangenen Monaten Judenfeindlichkeit in den eigenen Reihen an. Manches spricht dafür, dass er es „zumindest persönlich“ ernst meint, konzediert Gernot Bauer , wirft zugleich aber kritische Fragen auf: „Warum folgen Straches scharfen Worten nicht immer konkrete Taten? Zieht seine Partei mit? Und wird hier nicht nur ein altes blaues Feindbild (Juden) durch ein neues (Muslime) ersetzt?“ Edith Meinhart greift die aktuelle Debatte auf und erweitert sie um eine tiefenpsychologische Dimension: Wie geht man aufrichtig mit den dunklen Kapiteln der eigenen Vergangenheit um? Diese Thematik betrifft nicht nur die Freiheitlichen im Speziellen, sondern auch Österreich im Allgemeinen, das immer noch – und immer wieder – um die redliche Einordnung seiner Rolle im Nationalsozialismus ringt.

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